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Methanolvergiftung

Methanol entsteht in geringen Mengen bei der alkoholischen Gärung pektinhaltiger Früchte (italienischer Grappa enthält z.B. 1,5 % Methanol). Akute Vergiftungen werden aber meist durch den wissentlichen oder versehentlichen Zusatz von Methanol zu alkoholischen Getränken verursacht. 12 bis 24 Stunden nach der Aufnahme zeigen sich die ersten Symptome: Übelkeit, Erbrechen, Schwindel, Kopfschmerzen, Sehstörungen. In schweren Fällen kommt es zu Erregtheit, krampfartigen Zuckungen und Bewusstseinsstörungen und schließlich durch Atemlähmung zum Tod.

Die Behandlung einer Methanolvergiftung besteht in einer über mehrere Tage andauernden Verabreichung von Ethanol. Da Ethanol und Methanol durch das gleiche Enzym umgesetzt werden, kann durch den Überschuss an Ethanol der Abbau von Methanol verlangsamt werden. Die Spätfolgen bestehen in Hörschäden oder Erblindung, die bereits nach der Einnahme von 4 mL Methanol auftreten kann. Als tödlich gilt eine Dosis von 10-100 mL. Die chronische Methanolvergiftung entsteht durch die längere Aufnahme kleiner, nicht akut giftiger Methanolmengen. Sie tritt vor allem bei der Aufnahme des Methanols durch Einatmen oder Resorption durch die Haut, z.B. beim Lackieren, auf und ist eine anerkannte Berufskrankheit.