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Toxikologie - Einführung

Weiterbildungsangebote in der Toxikologie

Die Toxikologie in Deutschland besitzt leider nach wie vor nicht das Gewicht in der akademischen Ausbildung, das ihr eigentlich in einer hoch technisierten Industriegesellschaft zukommen müsste. Der vielfältige Einsatz von chemischen Stoffen aller Art, der unsere hohe Lebensqualität mitbedingt, macht erforderlich, dass ausreichend ausgebildete Fachkräfte vorhanden sind. Diese sollten die möglichen gesundheitlichen Risiken, die der Einsatz von chemischen Stoffen mit sich bringen kann, erkennen und quantifizieren und Entscheidungsträger in Politik und Gesellschaft fachkundig beraten können.

Ein eigener Studiengang Toxikologie, wie er z.B. in Grossbritannien, in den USA oder in Japan üblich ist, existiert an deutschen Universitäten nicht. Mit der Neustrukturierung der akademischen Ausbildung in der EU (Bachelor- und Masterstudiengänge) wäre auch eine Neuausrichtung des Faches Toxikologie sinnvoll. Die Vernetzung, die ein Master-Studiengang Toxikologie erfordern würde, wird aber von den Universitäten noch nicht geleistet.

Die Situation der Hochschultoxikologie wird sehr umfassend in der von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (http://www.dfg.de) herausgegebenen Denkschrift "Toxikologie" beleuchtet.

In Deutschland gibt es keinen eigenen Studiengang „Toxikologie“, aber mittlerweile zumindest Weiterbildungsangebote, die Naturwissenschaftlern mit Studienabschluss die Möglichkeit geben, sich zum Toxikologen ausbilden zu lassen.

  1. Postgradualstudium Toxikologie und Umweltschutz an der Universität Leipzig Das an der Universität Leipzig seit 1989 angebotene Postgradualstudium Toxikologie und Umweltschutz bietet als berufsbegleitendes Aufbaustudium mit Fernstudiencharakter Akademikern (Pharmazeuten, Chemikern, Biochemikern, Biologen, Agrarwissenschaftlern u.a.) in 5 Semestern ein breites Spektrum toxikologischer und ökologischer Kenntnisse. Am Ende des Graduiertenstudiums erhalten die Teilnehmer nach einer Abschlussarbeit und einem mündlichen Examen vor einer Prüfungskommission ein Zeugnis und eine Urkunde, die zur Führung des Zusatzes zur Berufsbezeichnung "Fach ... für Toxikologie" berechtigt (Universität Leipzig: Toxikologie und Umweltschutz).
  2. Fachtoxikologenausbildung der Deutschen Gesellschaft für experimentelle und klinische Pharmakologie und Toxikologie e.V. (DGPT) An Naturwissenschaftler, die nach abgeschlossenem Hochschulstudium fünf Jahre experimentelle pharmakologisch-toxikologische Tätigkeit an einem Hochschulinstitut oder einer von der DGPT anerkannten Weiterbildungsstätte nachweisen können, sich nachweislich toxikologisch weitergebildet haben und Mitglieder der Sektion Toxikologie der DGPT sind, verleiht die DGPT nach Ablegung einer Fachprüfung und mindestens drei qualifizierten Publikationen aus dem Bereich der Toxikologie die Bezeichnung "Fachtoxikologe(in) DGPT". Eine nähere Erläuterung dieser Fachgebiete ist in den "Weiterbildungsrichtlinien Fachtoxikologe DGPT/Fachtoxikologin DGPT" zu finden, die über die DGPT zu beziehen sind (http://www.dgpt-online.de/).
  3. Studienzweige für Toxikologie wurden mittlerweile an etlichen (z.B. Universitäten Tübingen, Düsseldorf, München) im Rahmen des Biochemie-Studiums etabliert. Die jeweiligen Angebote sind über die Homepage der Universitäten einzusehen.
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