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Toxikologie - Einführung

Toxikologie und Chemie

Das Curriculum des Studiums der Chemie enthielt bis 1993 keine Pflichtvorlesungen im Fach Toxikologie. Es ist sehr erstaunlich, dass der angehende Chemiker damals zwar lernte, chemische Stoffe zu synthetisieren, ihre Eigenschaften zu untersuchen und zu beschreiben, aber nicht erfuhr, wie die von ihm produzierten Stoffe auf Menschen, Tiere und die Umwelt wirken.

Der Chemiker zählte schon immer zu den Berufsgruppen, die am häufigsten Umgang mit chemischen Gefahrstoffen haben. Als leitender Mitarbeiter ist er für die Gewährleistung der Sicherheit der ihm unterstellten Beschäftigten verantwortlich, war aber lange Zeit dafür nicht speziell ausgebildet. Damals lernten Chemiker in der Regel nur wenig über allgemeine toxische Wirkprinzipien oder über die spezielle Toxikologie einzelner Verbindungen oder Verbindungsklassen.

Diese Situation hat sich in den letzten Jahren deutlich gewandelt. Nach der Ausweitung der Gültigkeit der Gefahrstoffverordnung auf die Hochschulen muss ein Chemiestudent heute Veranstaltungen zu Themen wie Toxikogie, Umgang mit Gefahrstoffen, Rechtskunde für Chemiker und den Vorschriften für den Umgang mit Chemikalien verpflichtend besuchen, um sein Studium regulär abzuschließen. Wenn die Vorlesungen von der zuständigen Landesbehörde anerkannt sind und der Besuch im Vor- oder Hauptdiplomzeugnis vermerkt wird, wird damit die Sachkunde nach der Chemikalien-Verbotsverordnung erworben. Nach erfolgreichem Abschluss einer entsprechenden Prüfung (Klausur) wird der nach §5 Chemikalien-Verbotsverordnung erforderliche Sachkundenachweis dann erteilt.

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