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Titration

(Bi)amperometrische und (bi)voltametrische Indikation

Nichtreversible Redoxreaktionen oder gehemmte Elektrodenreaktionen, die keine eindeutige Spannung ausbilden, können oft potentiometrisch nicht oder nur unzureichend indiziert werden. In diesen Fällen bilden stromdurchflossene Elektroden häufig eine alternative Indikationsmöglichkeit, wobei folgende Methoden anwendbar sind:

Tab.1
Methoden der ampero- und voltametrischen Indikation
eine polarisierte Elektrode zwei polarisierte Elektroden
Eingeprägte Spannung: Messung des sich einstellenden StromsAmperometrieBiamperometrie
Eingeprägter Strom: Messung der sich einstellenden SpannungVoltametrieBivoltametrie

Indikationsverfahren mit polarisierten Elektroden weisen schärfere und steilere Signaländerungen in der Nähe des Endpunktes auf als potentiometrische Indikationen und werden daher auch bei Mikrotitrationen angewendet. Allerdings haben die Titrationsreaktion, die Art der Elektrodenvorbehandlung, die Größe der Elektrodenoberfläche und des eingeprägten Polarisationsstroms resp. der Polarisationsspannung einen starken Einfluss auf den Signalverlauf, was eine allgemeine Verbreitung dieser Indikationsmethode und ihre automatisierte Auswertung erschwert.Titrationskurven, die mit polarisierten Elektroden indiziert wurden, können oft mit dem so genannten Knickpunkt-Verfahren ausgewertet werden. Für amperometrisch und biamperometrisch indizierte Kurven ist dies nachfolgend dargestellt:

Tab.2
Auswertungen nach dem Knickpunkt-Verfahren
Amperometrische Indikation: Titration von Pb 2+ mit Cr 2 O 7 - . Der Endpunkt liegt im Schnittpunkt der verlängerten Kurvenäste (Knickpunkt-Auswertung). Biamperometrische Indikation: Titration von Fe 2+ mit Cr 2 O 7 2- . Der Endpunkt liegt in der Unstetigkeitsstelle der Kurve (Knickpunkt-Auswertung).
Abb.1
Abb.2
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