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Lösungsenthalpie

Lösungsenthalpie

Energetisch kann zwischen zwei verschiedenen Arten des Lösungsvorganges unterschieden werden:

Wenn die Ionen des sich auflösenden Ionengitters beim Lösungsvorgang Energie an das Lösungsmittel Wasser abgeben (in diesem Fall Wärmeenergie), so handelt es sich um einen exothermen Lösungsvorgang. Die Gesamtenergie des Systems ist in diesem Fall nach dem Lösungsvorgang niedriger als vorher, weil Wärmeenergie an die Umgebung abgegeben wird.

Wenn das sich auflösende Ionengitter die zum Lösungsvorgang notwendige Energie seiner Umgebung entzieht (die Temperatur des Gemisches sinkt), so liegt der gelöste Zustand energetisch höher als vorher. Ein solcher Lösungsprozess wird als endothermer Lösungsvorgang bezeichnet.

Die Energiedifferenz des Gesamtvorganges (Bilanz) wird als Lösungsenthalpie, Lösungsenergie oder auch als "Lösungsarbeit" bezeichnet. Das Symbol der Lösungsenthalpie ist Δ H Lösung .

Abb.1

Die Auflösung eines salzartigen Feststoffes in einem Lösungsmittel beruht zum einen auf der elektrostatischen Trennung unterschiedlich geladener Ionen A und B des Kristallgitters durch die Partialladungen des polaren Lösungsmittel Wasser. Andererseits jedoch auch auf der Ausbildung von Hydrathüllen um die freien Ionen durch elektrostatische Anziehungskräfte zwischen den Ionenladungen und den jeweils entgegengesetzten Partialladungen der polaren Wassermoleküle.

Im Salz liegen also die Ionen unterschiedlicher elektrischer Ladung als potentielle Ionen in einem Kristallgitter vor. In der Lösung sind sie als aktuelle Ionen räumlich getrennt und in dem polaren Lösungsmittel Wasser von einer Hydrathülle umgeben.

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