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GPIB-Bus

Datenübertragung

Der Bus kann als einfache Kommunikationsverbindung zwischen einem Sender und (mindestens) einem Empfänger angesehen werden. Um zu kommunizieren, muß der Sender dem Empfänger mitteilen, wann Daten auf dem Bus vorliegen und der Empfänger muß dies erkennen (Handshake). Hierfür sind beim GPIB-Bus drei Leitungen zuständig, die DAV (Data Valid)-, die NRFD (Not Ready For Data)- und die NDAC (Not Data Accepted)-Leitung.

Die DAV-Leitung gehört zum Sender, sie identifiziert gültige Daten. Die zwei verbleibenden Leitungen, NRFD und NDAC, gehören zum Empfänger. Der Empfänger nutzt NRFD, um die Bereitschaft für den Datenempfang zu signalisieren. Die NDAC-Leitung wiederum dient der Akzeptanz der Daten.

Abb.1
Ablauf der Kommunikation des GPIB-Busses

In der Abbildung (Abb. 1) wird die Kommunikation auf dem GPIB-Bus dargestellt. Vorher wurde bereits die Adressinformation zum Empfänger transferiert, so dass sich Sender und Empfänger erkannt haben. Der Empfänger beginnt und setzt die NRFD-Leitung auf HIGH (1). Damit ist der Empfänger bereit, die Daten zu akzeptieren, die der Sender auf den Bus schickt. Der Sender schickt nun Daten auf die 8-Bit parallelen Datenleitungen (DIO1-8). Nach dem Absenden der Daten, setzt der Sender die DAV-Leitung auf LOW (2) und signalisiert damit, dass die Daten für den Empfänger verfügbar sind.

Der Empfänger reagiert indem er seine NRFD-Leitung (3) auf LOW setzt, er bestätigt damit den Datenempfang. Nachdem der Empfänger die Daten in den interen Puffer verschoben hat, setzt er die NDAC-Leitung herauf (4), und signalisiert damit, dass er die Daten akzeptiert und verarbeitet hat.

Der Sender erkennt, dass die NDAC-Leitung auf HIGH gesetzt wurde und setzt seinerseits die DAV-Leitung auf HIGH (5). Dem Empfänger wird damit angezeigt, dass die Daten auf dem Bus ihre Gültigkeit verloren haben. Der Empfänger erkennt dies und setzt NDAC auf LOW (6). Der Empfänger setzt nun die NRFD-Leitung auf High (7) um zu sagen, dass er bereit für das nächste zu sendende Datenbyte ist. Damit ist diese Datensequenz beendet. Der Empfänger wartet, um das nächste Datenbyte auf den GPIB-Bus zu schicken und der Sender verarbeitet das nächste Datenbyte, bevor er es auf den Bus schickt.Diese Sequenz ist die Essenz für die gesamte Kommunikation auf dem Bus. Diese Signalabfolge erlaubt die Einflussnahme auf die Verarbeitungsgeschwindigkeit des Busses, entweder vom Sender oder vom Empfänger.

Datenübertragung

Für die eigentliche Datenübertragung besitzt der Bus 8 Leitungen, diese sind nummeriert mit DIO1-DIO8. Die 8 Leitungen werden unterteilt in eine obere Vierergruppe mit DIO8 als Most Significant Bit (MSB) und eine untere Vierergruppe mit DIO1 als Least Significant Bit (LSB). Jedem dieser Blöcke von 4 Leitungen wird eine Dezimalzahl von 1,2,4 oder 8 zugewiesen. Diese Unterteilung der Leitungen ist nicht Teil des IEEE 488-Standards. Jedoch ist sie ein verbreiteter Weg für die Konvertierung der Leitungssignale.

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