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Kettenreaktion

Kettenfortpflanzung

Reagiert ein Radikal, also ein Teilchen mit einer ungeraden Elektronenzahl, mit einem Reaktionspartner, der nur gepaarte Elektronen besitzt, so entsteht wieder ein Gebilde mit ungerader Elektronenzahl, das heißt ein neues Radikal. Beispiele für unterschiedliche Arten von Kettenfortpflanzung sind Halogenierungsreaktionen gesättigter und ungesättigter Kohlenwasserstoffe sowie Verbrennungsreaktionen in der Gasphase.

In diesen Fällen entsteht aus einem Radikal bei jedem Reaktionsschritt genau ein neues; die Gesamtzahl der Radikale bleibt konstant. Man spricht dann von linearen oder unverzweigten Kettenreaktionen. Im Gegensatz hierzu können bei verzweigten Kettenreaktionen aus einem Radikal in einem Reaktionsschritt auch mehrere neue entstehen, zum Beispiel bei der Knallgasreaktion oberhalb 400 °C:

H⋅ + O 2 OH + O und (verzweigte Kette) ⋅ O ⋅ + H 2 OH + H
Hinweis
Jedes dieser entstehenden Radikale kann die Reaktionskette fortsetzen, so dass eine Verzweigung der Kette eintritt, wodurch die Reaktionsgeschwindigkeit drastisch ansteigt.
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