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Molekülkristalle

Einschlussverbindungen

Manche Molekülkristalle können bei gleichzeitiger Anwesenheit weiterer Substanzen aus einer Lösung so auskristallisieren, dass sie Fremdteilchen einschließen. Sie bilden Einschlussverbindungen.

Einschlussverbindungen
Abb.1
Iod-Stärke-Reaktion

Beispiele für Einschlussverbindungen sind:

  • Käfigverbindungen, Clathrate: Feststoffe, bei denen ein Gasmolekül eingelagert ist, z.B.: 6X · 45 H2O oder X · 7,5 H2O, wobei X = Ar, Kr, Xe, Cl2, CH4 u.a.
  • blaue Einschlussverbindung bei der Iod-Stärke-Reaktion: Die in die Kanäle des Polysaccharids Amylose eingelegten I5-Ionen erzeugen eine intensive Blaufärbung.
  • geradkettige Kohlenwasserstoffe in Harnstoff

Einschlussverbindungen sind keine Verbindungen im üblichen chemischen Sinne, sondern entstehen durch mechanischen Einschluss auf das Wirtsgitter. Die eingeschlossenen Moleküle gehen Wechselwirkungen mit den Molekülen des Wirtsgitters bis hin zu Wasserstoffbrücken ein.

Vorkommen

Auf dem Meeresboden in Tiefseegebieten lagern unter hohen Drücken große Methanmengen in Form von Einschlussverbindungen im Eis.

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