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Atomkristalle

Kettenstruktur

Kettenstruktur bilden Materialien, in denen die Gitterbausteine nur in eine Dimension gerichtet sind. Die Gitterbausteine sind kettenförmig angeordnet. Die einzelnen Ketten werden durch Van-der-Waals-Kräfte (London-Kräfte) oder durch gegensätzlich geladene Ionen zusammengehalten.

Beispiel Kettensilicate

Silicate bilden u.a. Kettenstrukturen. Das Silicium liegt stets in der Oxidationszahl +4 vor und wird von vier Sauerstoff-Atomen umgeben. Zwischen den Silicium-Atom und den Sauerstoff-Atomen wirken starke kovalente Bindungskräfte. Deshalb besitzen Silicate mit Kettenstruktur gute Spaltbarkeit in Kettenrichtung.

Abb.1
Pyroxen, [Si3O6]6-
Abb.2
Wollastonit, [Si3O9]4-

Die Summenformel für ein Kettenelement lautet [SiO32-]x. Aufgrund des Elektronenmangels im Tetraeder können die Ketten benachbarte Silicium-Tetraeder oder Fremdkationen binden. Silicat-Ketten können sich dementsprechend bezüglich des Kettenaufbaus unterscheiden, was zusätzlich zur Möglichkeit unterschiedliche Kationen zu binden, ihre Strukturvielfalt erhöht.

Beispiel Beryliumchlorid

Berylliumchlorid kristallisiert in der Kettenstruktur, in der jedes Beryllium-Atom tetraedrisch von vier Chloriden umgeben ist (analog der Kettensilicate).

Berylliumchlorid ist ein sehr schlechter Leiter. Seine Leitfähigkeit liegt zwischen der von ionischen und kovalenten Chloriden, bei ca. 1/1000 des Wertes von Natriumchlorid.

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