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Atombindung

Elektronegativität

Die Elektronegativität ist ein Maß für die Fähigkeit eines Atoms in einer kovalenten Bindung, die gemeinsamen Elektronen anzuziehen. Die Elektronegativitäten zweier unterschiedlicher Atome lassen demnach Schlüsse auf die Polarität ihrer Bindung zu. Man kann zum Beispiel sagen, dass die Polarität des HCl-Moleküls auf die Unterschiede der Elektronegativität von Wasserstoff und Chlor zurückgeht. Da Chlor der elektronegativere Bindungspartner ist, das heißt die Bindungselektronen stärker anzieht als Wasserstoff, bildet es die negative Seite des Pols.

Abb.1

Es handelt sich hierbei um Partialladungen, die kleiner als die Elementarladung sind, aber nicht isoliert, sondern stets gemeinsam als positive und negative Teilladungen auftreten.

Im Gegensatz zu anderen atomaren Eigenschaften wie Ionisierungsenergie oder Elektronenaffinität können Elektronegativitäten nicht direkt experimentell bestimmt werden. Es gibt daher verschiedene Methoden zur rechnerischen Abschätzung, die auf messbare Größen wie zum Beispiel Dissoziationsenergie von Molekülen, Ionisierungsenergien, Elektronenaffinität, Atomradien, Dipolmomente zurückgehen. Die Elektronegativität ist den auf technischem Gebiet benutzten Kennzahlen (zum Beispiel Härte, Flammpunkt) vergleichbar, das heisst sie ist keine Stoffkonstante, sondern vom Messverfahren abhängig und eine dimensionslose Größe.

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