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Strukturformeln von Farbindikatoren

Lackmus [1393-92-6]

Abb.1
Abb.2

Lackmus ist ein blauer Farbstoff, der sich aus verschiedenen Flechten, zum Beispiel Variolaria, Roccella und Lecanora, gewinnen lässt. Er fand früher besonders in den Niederlanden zum Bläuen von Wäsche und zum Färben von Genussmitteln (Weine, Backwerk, Likör, Käse), Schminke und Zuckerpapier Verwendung. Für die Textilfärberei ist Lackmus wegen seiner Farbumschläge in Säuren und Laugen ungeeignet. Heute wird Lackmus ausschließlich als Säure-Base-Indikator verwendet (bei pH 4,5 rot, bei 8,3 blau), und zwar hauptsächlich in Form der wässrigen Lösung (Lackmus-Tinktur) und des Lackmus-Papiers, bei dem es sich um Papierstreifen handelt, die mit schwach saurer oder alkalischer Lackmus-Tinktur imprägniert sind (Reagenzpapier). Der Hauptbestandteil des Lackmus ist polymer aus 7-Hydroxy-2-phenazinon-Chromophoren aufgebaut, was seine Verwandtschaft mit Orcein erklärt.

Lackmus wurde als chemisches Reagenz um 1300 n.Chr. von dem Arzt und Alchemisten Arnaldus de Villanova erstmals verwendet. Der Name kommt aus dem Indogermanischen: leg = tröpfeln und Mus, da man bei der Herstellung den Brei abtropfen ließ.

Quelle: CD Römpp Chemie Lexikon - Version 1.0, Stuttgart/New York: Georg Thieme Verlag 1995

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