zum Directory-modus

Vertiefung: Die Trennung von Benzol und Cyclohexan mit Aceton als Zusatzkomponente

Neben der Möglichkeit, das Trennproblem Cyclohexan/Benzol mit Hilfe eines Extraktiv-Rektifikationsprozesses zu lösen (siehe dort), besteht auch die Möglichkeit, einen Azeotrop-Rektifikationsprozess anzuwenden. Als Zusatzkomponente wird Aceton verwendet, das mit Cyclohexan ein tiefsiedenes Azeotrop bildet.

Das zu trennende Benzol-Cyclohexan-Gemisch wird mit dem Aceton im mittleren Bereich der Kolonne eingespeist. Im Sumpf der Kolonne wird Benzol abgezogen, während das Temperatur-Minimum-Azeotrop Cyclohexan/Aceton am Kolonnenkopf abgezogen wird. Das Azeotrop wird in einer Extraktionskolonne mit Wasser behandelt. Das Aceton löst sich in der Wasserphase, während das Cyclohexan am Kopf der Extraktionskolonne entnommen wird. Das entstandene Wasser-Aceton-Gemisch wird dann in einer weiteren Rektifikationskolonne getrennt, wobei keine weiteren Trennprobleme, wie z.B. Azeotrope, auftreten. Das Aceton wird als Leichtsieder am Kopf der Kolonne entnommen und als Zusatzkomponente wieder in die erste Kolonne gegeben. Das Wasser als Schwersieder wird im Kolonnensumpf abgezogen und in die Extraktionskolonne zurückgeführt.

Bei der Cyclohexan-Benzol-Trennung mit einer Azeotrop-Rektifikation besteht der zweite benötigte Trennprozess also aus einer Extraktion mit anschließender Aufarbeitung des Extraktionsmittels durch einen Rektifikationsprozess.

Abb.1
Verfahren zur Trennung von Benzol und Cyclohexan mit Aceton als Zusatzkomponente