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Vertiefung: Typische Bodenformen bei Bodenkolonnen

Die typischen Bodenformen bei Bodenkolonnen sind:

  • Siebböden
  • Ventilböden
  • Glöckenböden
  • Tunnelböden

Siebböden

Eine der einfachsten Bodenformen ist der Siebboden: Hier besteht der Boden nur aus einer Lochplatte. Die Flüssigkeit strömt bei diesem Bodentyp über die Lochplatte, während der Dampf durch die Löcher und Flüssigkeit strömt. Der aufsteigende Dampf verhindert dabei, dass die Flüssigkeit durch die Löcher abfließt. Der Nachteil dieses Prinzips ist, dass es bei einer zu geringen Dampfbelastung zu einem Abfließen der Flüssigkeit durch die Löcher kommt und der Trenneffekt in der Kolonne damit zusammenbricht.

Abb.1
Abb.2

Ventilböden

Die Ventilböden bauen auf dem Prinzip des Siebbodens auf. Um ein Durchfließen der Flüssigkeit bei unzureichender Dampfbelastung zu verhindern, sind Klappdeckel an den Löchern angebracht. Diese Deckel werden bei einer ausreichenden Dampfbelastung in der Kolonne durch den Druck des Dampfes nach oben gedrückt und der Dampf kann durch die Löcher und die Flüssigkeit strömen. Der Druck des Dampfes verhindert dann ein Abfließen der Flüssigkeit durch die Löcher. Nimmt die Dampfbelastung ab, so schließen sich die Klappdeckel und verhindern so ein Abfließen der Flüssigkeit.

Abb.3
Ein Ventilboden

Glockenboden/Tunnelboden

Glockenbodenkolonnen finden sehr häufig Anwendung in der Erdölaufbereitung.

Abb.4
Ein Glockenboden

Hierbei strömt der Dampf über die Öffnungen im Boden innerhalb der Glocke in die Glocke. Durch die Schlitze im Glockenrand sprudelt der Dampf durch die Flüssigkeit, die durch die Glocken am Herabfließen auf die tieferen Böden gehindert wird. Der aufwändigere und damit kostspieligere Aufbau der Böden führt zu einem verbesserten Einsatz der Kolonne bei schwankender Dampfbelastung.

Das gleiche Prinzip wird beim Tunnelboden angewandt, wobei hier statt vieler Glocken nur wenige langgestreckte Tunnel mit Schlitzen auf dem Boden sind.

Abb.5
Ein Tunnel für einen Tunnelboden