Die technische Ausführung des Festbettreaktors wird weitgehend durch die Art der Temperaturführung bestimmt.
Für die isotherme Reaktionsführung (Reaktionsführung bei konstanter Temperatur) wird vorausgesetzt, dass die gesamte Wärme, die durch die Reaktion erzeugt oder verbraucht wird, ab- oder zugeführt werden kann. Die Temperatur ist zeitlich und örtlich konstant. Streng isotherme Bedingungen lassen sich in technischen Reaktoren nur durch direkte Verdampfungskühlung, bei kontinuierlicher Betriebsweise auch durch vollständige Rückvermischung erreichen. Die isotherme Reaktionsführung wird deshalb in technischen Festbettreaktoren kaum zu verwirklichen sein, da es wegen des großen technischen Aufwands meist unmöglich ist, eine konstante Temperatur allein durch indirekten Wärmeaustausch (Wärmetauscher) zu realisieren.
In einem adiabatischen System findet, abgesehen von Strahlungsverlusten über die
Reaktorwand, näherungsweise kein Wärmeaustausch mit der Umgebung statt. Bei guter
Wärmeisolation des Reaktors ist die adiabatische Reaktionsführung technisch einfach zu
realisieren, und Festbettreaktoren werden aus ökonomischen Gründen bevorzugt adiabatisch
betrieben oder in adiabatisch betriebene Abschnitte (Horden) unterteilt. Radiale
Konzentrations- und Temperaturgradienten innerhalb des Festbettreaktors können dann nur
durch Unterschiede der Strömungsgeschwindigkeit in radialer Richtung bedingt sein. Bei
adiabatischer Reaktionsführung steigt die Reaktionstemperatur T
linear mit dem Umsatz X an, wenn eine konstante Reaktionsenthalpie
| Symbol | Erklärung | Einheit | |||
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| absolute Temperatur |
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| Eintrittstemperatur zur Zeit t=0 |
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| Umsatz | - | |||
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| adiabatische Temperaturerhöhung |
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| Reaktionsenthalpie |
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| Anfangskonzentration |
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| mittlere Wärmekapazität |
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| Dichte |
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| Eingangsstoffmenge der Komponente i |
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| Stoffmenge der Komponente i |
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| Tab.1Legende | |||||
Die maximale adiabatische Temperaturerhöhung
Wird die Reaktion weder adiabatisch noch isotherm durchgeführt, spricht man von polytroper Reaktionsführung. In vielen Fällen ist eine adiabatische Reaktionsführung nicht möglich, z.B. wenn die Temperatur im Reaktor einen bestimmten Maximalwert nicht überschreiten darf. Zur Aufrechterhaltung einer bestimmten Reaktionstemperatur müssen Maßnahmen zur Temperaturlenkung getroffen werden:
Heizen oder Kühlen während der Reaktion, z.B. durch Zugabe von
Inertmaterial oder Reaktionskomponenten, deren Wärmekapazitäten
Indirekter Wärmeaustausch im Reaktor durch Austauschflächen wie Heiz- bzw. Kühlspiralen (isotherme oder polytrope Reaktionsführung)
Zirkulation des gesamten oder eines Teils des Reaktionsgemisches durch einen äußeren, vom Reaktionsapparat getrennten Wärmetauscher