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Historisches: Entwicklung des Verfahrens zur Ammoniak-Synthese und Probleme bei der technischen Durchführung

Große Schwierigkeiten bereitete bei der Einführung des Ammoniaksyntheseverfahrens in die Technik die Frage des Ofenmaterials, da der Ofen bei hohen Drücken und hohen Temperaturen gegenüber dem leicht diffundierenden und leicht brennbaren Wasserstoff dicht und widerstandsfähig sein muss. Die kleinen Stahlrohre der ersten Versuche platzten nach wenigen Stunden Betriebsdauer, da der Wasserstoff den die Härte des Stahls bedingenden Kohlenstoff zu Methan reduzierte. Die Schwierigkeit wurde von Carl Bosch dadurch behoben, dass er in das Stahlrohr ein Futterrohr aus kohlenstoffarmem Eisen einzog. Um dem hindurchdiffundierenden Wasserstoff die Möglichkeit zu gegeben, nach außen zu entweichen, wurde der äußere Stahlmantel mit dünnen Bohrungen ("Bosch-Löcher") versehen. Mit der Entwicklung von Chrom-Molybdän-Stählen, die unter Druck hinreichend wasserstoffbeständig sind, konnte auf die Doppelmantelkonstruktion verzichtet werden.