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Rohöl

Lagerstätten

Lagerstättentypen

Das im Muttergestein gebildete Rohöl wurde durch den hohen Druck aus den Poren des Gesteins gedrückt. Es stieg auf, und wenn es dann von undurchlässigen Deckgesteinen aufgehalten wurde, bildeten sich Lagerstätten.

Die meisten Erdöllagerstätten (etwa 80 Prozent weltweit) sind vom antiklinalen oder vom Salzstock-Dach-Typ und liegen heute in Tiefen von ca. 1.000 bis 2.000 Metern.

Neben den klassischen On-Shore-Ölfeldern (landseitige Förderung) führte die Weiterentwicklung der Fördertechnologien zur Erschließung von Off-Shore-Ölfeldern (unterhalb des Meeresbodens; z.B. in der Nordsee). Diese sind meist mittels Pipelines mit dem Festland verbunden. Inzwischen macht die Off-Shore-Förderung 1/3 der Rohölfördermenge aus.

Förderung

Die Erdöllagerstätten werden zur Förderung angebohrt. Bei der Förderung des Rohöls gibt es verschiedene Ausbeutungsphasen:

  1. PrimärförderungDas Rohöl fließt aufgrund des Lagerstättendruckes selbständig eruptiv an die Erdoberfläche. Mit nachlassendem Druck werden Tiefpumpen oder Hochdruckkreiselpumpen in das Bohrloch abgelassen. In Deutschland wird durch die Primärförderung durchschnittlich 18 Prozent des Lagerstätteninhaltes ausgeschöpft (Entölung).
  2. SekundärförderungWenn der Lagerstättendruck zu stark abgenommen hat, sind Maßnahmen zur Aufrechterhaltung des Druckes notwendig. Mögliche Verfahren sind das Wasserfluten oder die Gasinjektion (z.B. mit Erdölbegleitgas). Dies führt zu einem Entölungsgrad von bis zu 32 Prozent.
  3. TertiärförderungBei der Tertiärförderung wird auf die Kräfte eingewirkt, die das Rohöl daran hindern, sich im Porenraum zu bewegen (z.B. die Viskosität). Dies wird z.B. durch, allerdings sehr kostenaufwendige, thermische Verfahren erreicht, wie das Einpressen von heißem Wasser oder Wasserdampf. Durch die Tertiärförderung lässt sich ein Entölungsgrad bis ca. 45 Prozent erreichen.

Reichweite

Bei der Bestimmung der Reichweite wird die Menge der mit Sicherheit förderbaren Vorräte an Erdöl durch die aktuelle Fördermenge geteilt. Dabei ergibt sich ohne Neufunde an Erdöl heute eine Reichweite von etwa 40 Jahren.

Abb.1
Entwicklung der Schätzungen zum Gesamtpotenzial (EUR) von konventionellem Erdöl, der kumulierten Förderung und Reserven von 1940 bis 2007
mit freundlicher Genehmigung der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) , Hannover

Die Daten für die nummerierten Referenzen sind in Tabelle A 3-1 der Studie Energierohstoffe 2009: Reserven, Ressourcen, Verfügbarkeit der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe zu finden.

Obwohl die Fördermenge steigt, schwankt die Reichweite an Erdöl schon seit längerem zwischen 40 und 45 Jahren. Dies hängt damit zusammen, dass man aufgrund von besseren Techniken bekannte Erdölfelder besser ausbeuten kann. Durch verbesserte Explorationstechniken werden weiterhin neue Erdölfelder gefunden. Dies führt zu einer ständig neuen Bewertung der verfügbaren Erdölressourcen.

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