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Rohöl

Geschichte des Erdöls

Bezeichung Erdöl

Die Bezeichnung Erdöl wurde erst 1913 eingeführt, und zwar von Hans von Höfer in seinem Buch „Das Erdöl und seine Verwandten“. Er führte den Begriff Erdöl als Bezeichnung für alle flüssigen, organischen brennbaren Naturprodukte ein, die aus der Erde stammen. Im deutschen Sprachgebrauch hat sich die Bezeichnung Erdöl gegenüber den vorher gebräuchlichen Begriffen Steinöl, Bergöl oder Felsenöl als wörtliche Übersetzungen des Begriffes Petroleum durchgesetzt.

Petroleum ist eine Zusammensetzung aus dem griechischen Wort petros – der Fels und dem lateinischen Wort oleum - das Öl. In der englischsprachigen Welt ist „Petroleum“ als Bezeichnung für Erdöl noch heute allgemein anerkannt. Im deutschen Sprachgebrauch hat Petroleum jedoch nur noch eine eingeengte Bedeutung, es bezeichnet nur eine bestimmte Fraktion des Erdöls.

Geschichte des Erdöls

Erdöle waren schon in der Antike bekannt. Schon vor mehr als 2000 Jahren fand es in den Mittelmeerländern Verwendung als Heiz- u. Beleuchtungsmaterial, zur Einbalsamierung von Leichen (Ägypten), als Baumaterial (Mörtel), als Wagenschmiere und als Insektizid.

Die im 7. Jh.n.Chr. in Byzanz aufgekommenen "griech. Feuer" bestanden wahrscheinlich auch aus Erdöl, das mit Hilfe der Reaktionswärme aus gebranntem Kalk und Tau teilweise vergast wurde, so dass man die Dämpfe leicht entzünden konnte.

In Europa und Amerika wurden flüssige Brennstoffe oder Schmiermittel bis etwa 1850 vorrangig aus tierischen und pflanzlichen Produkten gewonnen.

  • 1810–1817 wurde in Galizien Erdöl gefördert, das Joseph Hecker and Johann Mitis zu Leuchtöl destillierten und damit den Grundstein zur heutigen Raffinationstechnik legten. Mit diesem führten die beiden 1816 eine Probebeleuchtung der Stadt Prag durch.
  • Ab 1850 begann man, destilliertes und mit Schwefelsäure gereinigtes Erdöl, so genanntes Leuchtpetroleum, in Lampen zu Beleuchtungszwecken im großen Stil zu verwenden.
  • Am 27. August 1859 erbohrte Colonel Drake in einem Brunnen am Oil Creek (Pennsylvania) in 22 m Tiefe die erste größere Ölquelle. Ab diesem Zeitpunkt begann in allen Gebieten, in denen Erdöl vermutet wurde, eine rege Bohrtätigkeit. Somit stieg die Erdölgewinnung sprunghaft an.
Abb.1
Historische Erdölgewinnung
mit freundlicher Genehmigung der Esso Schweiz GmbH

  • Um 1860 sandte Liebig seinen Schüler Eichler nach Baku, um dort die Raffinationstechnik zu etablieren.
  • 1878 gründete der schwedische Ingenieur Alfred B. Nobel (1833-1896) mit seinen Brüdern in Russland u. a. die „Naphtha-Gesellschaft Gebrüder Nobel“ zur Ausbeutung der Erdölfelder bei Baku. Auf seinen Vorschlag hin wurde 1883 die erste große Ölpipeline vom Kaspischen zum Schwarzen Meer gebaut. Bis heute dominiert dieser Transportweg.

Mit der Einführung des Gaslichts und später des elektrischen Lichts trat das Leuchtpetroleum wieder in den Hintergrund. Die industrielle Verwendung des Erdöls gewann jedoch weiter an Bedeutung. Die rasch ansteigende Motorisierung beanspruchte riesige Mengen von Erdölprodukten. Aus diesen Grund nimmt auch gegenwärtig die Weltförderung an Erdöl weiterhin zu.

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