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Vertiefung: Erklärung der Oktanzahl

Die Oktanzahl (OZ) ist ein Maß für den Widerstand gegen Selbstentzündung (Klopffestigkeit) von Ottokraftstoffen. Eine hohe Oktanzahl bedeutet einen langen Zündverzug (geringe Zündwilligkeit) des Kraftstoff-Luft-Gemisches. Je kürzer der Zündverzug ist, um so höher ist die Gefahr der Selbstzündung und die Klopfgefahr im Motor. Beim Klopfen des Motors entzündet sich das Gas-Luftgemisch im Kolben zu früh und/oder verbrennt ungleichmäßig. Dabei entstehen hohe Drücke und Temperaturen, die den Motor beschädigen können. Ob ein Motor klopft, hängt vom Kraftstoff und der Verdichtung, d.h. den Zündbedingungen ab. Bei ausreichender Oktanzahl verbrennt das Kraftstoff-Luft-Gemisch - nach kontrollierter Zündung durch die Zündkerze - gleichmäßig.

Definition der Oktanzahl

Die Oktanzahl ist folgendermaßen (willkürlich) definiert:

  • n-Heptan hat die Oktanzahl OZ=0
  • Isooctan (2,2,4-Trimethylpentan) hat die Oktanzahl OZ=100
  • Ein Benzin mit OZ=80 hat das gleiche Klopfverhalten wie ein Gemisch von 80 % Isooctan und 20 % n-Heptan.

Da die OZ=100 willkürlich für Isooctan festgelget wurde, können auch OZ>100 erreicht werden. Benzol hat z.B. eine OZ>100.

Diese Definition gilt für die so genannte ROZ (Research-Oktanzahl)

Oktanzahlen von Kraftstoffen (Europa)

  • Normalbenzin: ROZ>91
  • (Euro)Super: ROZ>95
  • SuperPlus: ROZ>98

Anmerkung: Entgegen mancher Werbemeinungen bringt eine höhere OZ keine zusätzliche Motorleistung. Die OZ ist nur ein Maß für die Effizienz eines Kraftstoffes. Super Plus brennt nicht besser als Normal, sondern kontrollierter/gleichmäßiger und damit vollständiger ab. Bei entsprechender Motoroptimierung (Zündzeitpunkt/Verdichtung) lässt sich mehr Motorleistung gewinnen. Ist der Motor jedoch auf Normal optimiert, hat man keinen Vorteil durch SuperPlus, da die Zündung zu früh (bei zu geringer Verdichtung) erfolgt.