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Binäre Gas/Flüssigkeits-Gleichgewichte - Henry-Fall

Die narkotische Wirkung von Gasen

Alle Gase wirken unter genügend hohem Druck betäubend. Einige chemisch inerte Gase eignen sich somit zur Allgemeinanästhesie (Narkose). So wirkt auch Stickstoff narkotisch und hat so manchen Taucher in großer Tiefe das Leben gekostet. Diese Inertgas-Narkose darf jedoch nicht mit der Caisson-Krankheit verwechselt werden!

In der folgenden Tabelle ist für einige Gase der anästhetische Druck angegeben, bei dem es bei Mäusen zum sogenannten Aufrichtreflex (einem bestimmten narkotischen Symptom) kommt.

Tab.1
Gemessene Drücke verschiedener Gase, die zum Aufrichtreflex bei Mäusen führen.
Gas He Ne Ar Kr Xe H2 N2 N2O CH4 C2H4 C2H2 cis-C3H6 CF4 SF6 CF2Cl2 CHCl3 Halothan Ether
Druck/ kPa 19.300 11.000 2.400 400 100 8.500 3.500 150 600 100 90 10 1.900 700 40 0,8 1,7 3,2

Wird dieser anästhetische Druck gegen die Löslichkeit des Gases in Olivenöl aufgetragen, so ergibt sich eine Gerade mit der Steigung -1 . Es besteht also ein Zusammenhang zwischen dieser Löslichkeit und dem Druck. Es wird vermutet, dass sich die narkotisierenden Moleküle in den Nervenzellmembranen - die überwiegend aus Lipiden und Proteinen bestehen - lösen und dort in einer unbekannten Weise die Nervenreizleitungen blockieren.

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