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Tutorial MenueVom Monomer zum WerkstoffLerneinheit 1 von 4

Vom Monomer zum Werkstoff - Einführung in die Makromolekulare Chemie

Polymere und Makromoleküle

Der Begriff Polymer (griechisch: poly = viel, meros = Teilchen) wurde 1832 von Jöns Jacob Berzelius geprägt, der bei der Untersuchung von niedermolekularen Weinsäuren fand, dass chemische Substanzen bei gleicher chemischer Zusammensetzung verschiedene physikalische Eigenschaften besitzen können. 1833 bezeichnete er Substanzen mit gleicher Zusammensetzung, aber verschiedenen Eigenschaften nun als "Isomere". Im Falle zusätzlich verschiedener Molekülgröße schlug er vor, weiterhin die Bezeichnung "Polymere" zu benutzen.

F. M. Raoult und J. H. van't Hoff hatten in den 1880er Jahren den Zusammenhang zwischen dem Dampfdruck über einer Lösung und dem Anteil sowie der Molmasse des Gelösten entdeckt und formuliert. Mit der Entwicklung solcher neuer Möglichkeiten zur Molmassenbestimmung wurden später zum Beispiel für Kautschuk oder Stärke sehr hohe Molmassen gefunden.

Dennoch dauerte es noch lange, bis tatsächlich genauere Erkenntnisse über die Struktur von Polymeren gewonnen wurden. Die meisten Wissenschaftler zweifelten daran, dass hier wirklich riesige Moleküle vorliegen. Vielmehr war die Ansicht vorherrschend, dass es sich um kolloidale Aggregate kleinerer Moleküle handelt, die in einer Mizellenstruktur zusammengehalten werden.Hermann Staudingers um 1920 geäußerter Vorschlag, dass Polymere "Makromoleküle" (griechisch: makros = groß) sind, führte zu intensiven, emotionsreichen Diskussionen. Durch Untersuchungen von Polystyrol, Cellulose, Kautschuk und anderen Substanzen bewies Staudinger seine These der Kettenmoleküle.

Abb.1
Beispiel für die Struktur eines Makromoleküls: Ausschnitt aus einem Polystyrol-Molekül
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