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Polyester

Eigenschaften

Das Eigenschaftsspektrum der Polyester ist so vielfältig wie ihre Anwendungsgebiete.

Polyesterfasern sind leicht gelblich, können aber durch optische Aufheller weiß gefärbt werden. Sie sind gut licht- und witterungsbeständig und nehmen wenig Wasser auf, z.B. Polyethylenterephtalat (PET) bei 20 °C und 65 % relativer Luftfeuchtigkeit nur 0,4 Gewichtsprozent. Daher behalten sie in Wasser bis 60 °C ihre Form und Festigkeit. Allerdings treten durch kochendes Wasser und Heißdampf Schädigungen auf. Textilien aus Polyesterfasern laden sich leicht elektrisch auf. Dem kann durch Antistatik-Ausrüstung begegnet werden. Die Fasern sind wie Polyamid sehr scheuerbeständig. Von Fäulnisbakterien, Schimmelpilzen und Mottenlarven können sie nicht befallen werden. Reine Polyestertextilen sind schwer zu entzünden, beginnen aber leicht zu schmelzen.

Thermoplastische Polyester z.B. aus Polyethylenterephthalat liegen meist zu 30 bis 40 % kristallin vor. In gebräuchlichen Lösemitteln sind sie unlöslich. Neben großer Härte, Festigkeit, Steifigkeit und Zähigkeit (auch in der Kälte) zeichnen sich diese Polyester durch lange Lebensdauer und hohe Abriebfestigkeit aus. Weitere Eigenschaften sind niedriger Reibungskoeffizient, sehr gute Maßhaltigkeit, Spannungsriss-, Witterungs- und Heißluftbeständigkeit, geringe Wasseraufnahme, physiologische Unbedenklichkeit und gute elektrische Eigenschaften. Während sie gegen verdünnte Säuren, saure und neutrale Salze, Alkohole, Ether, Öle, Fette, aromatische und aliphatische Kohlenwasserstoffe beständig sind, werden sie von Alkalien, überhitztem Dampf, Ketonen, Phenolen, Estern und oxidierenden Säuren angegriffen.

Die für die Polyurethanproduktion bestimmten Polyadipate des Ethylenglycols, 1,4-Butandiols und 1,6-Hexandiols sind wachsartige kristalline Substanzen mit Erweichungspunkten von 40 bis 50 °C. Polyadipate des 1,2-Propylenglycols, 1,3-Butandiols, Diethylenglycols oder Neopentylglycols sind bei Raumtemperatur flüssig bis halbfest. Sie lösen sich gut in gängigen Lösemitteln, sind wegen ihrer endständigen Hydroxy-Gruppen jedoch hydrolyseempfindlich.

Gesättigte und ungesättigte Polyesterharze sowie Alkydharze, also öl- und fettsäuremodifizierte Polyester werden als Lackrohstoffe eingesetzt. Sie sind flüssig und härten erst während und/oder nach der Anwendung aus.

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