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Polyamide

Polyamidfasern

Die bei der Polykondensation gebildeten polaren Amidgruppen bewirken eine relativ hohe Wasseraufnahme im Vergleich zu Polyester- oder Polyolefinfasern. Daher können sie mit einfachen Prozessen gefärbt werden. Allerdings quellen sie dabei in Längsrichtung, sind also nicht sehr dimensionsstabil. Starke intramolekulare Wasserstoff-Brückenbindungen zwischen parallel angeordneten Molekülen führen zu einer teilweisen Kristallinität mit Kristallisationsgraden von 30 bis 60 %.

Abb.1
Wasserstoff-Brückenbindungen zwischen Nylonketten

Durch die Verstreckung der gesponnenen Fäden auf ein Mehrfaches ihrer ursprünglichen Länge wird die Parallelorientierung der Kettenmoleküle in Faserrichtung verstärkt. Dies bewirkt eine weitere Zunahme der Festigkeit. Polyamidfasern zeichnen sich generell durch hohe Zähigkeit, Scheuer- und Abriebfestigkeit, Steifigkeit und Kriechstromfestigkeit aus. Die Gebrauchstemperaturen aliphatischer Polyamidfasern liegen zwischen -40 und 120 °C. Da kurzzeitig Temperaturen von 140 bis 210 °C möglich sind, kann man die Fasern sterilisieren.

Polyamidfasern sind vollsynthetische Fasern. Feine Fasern, die nach ihrer Produktion in kurze Stücke zerschnitten und danach zu Fäden und Garnen versponnen werden, nennt man Spinnfasern oder Stapelfasern. Endlosfasern, die direkt aus der Schmelze oder aus Lösungen gewonnen ("ersponnen") werden, heißen Filamente.

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