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Tutorial MenueStufenreaktionenLerneinheit 10 von 17

Polyamidfasern

Nylon

Poly(hexamethylenadipamid) oder PA 66 ist die erste vollsynthetische Faser, die 1938 von DuPont patentiert und 1939 unter dem Slogan "Ein besserer Faden für ein besseres Leben" auf der New Yorker Weltausstellung präsentiert wurde. Das Polyamid wurde 1935 im Rahmen von Grundlagenuntersuchungen unter der Leitung von Wallace Hume Carothers erfunden, der auch entscheidend zur Theorie der Stufenreaktionen beigetragen hat. Anfangs war es unter dem Namen "Carothers Seide" bekannt. Der Name "Nylon" wurde nach werbetechnischen Gesichtspunkten kreiert. Das Produkt PA 66 selbst wurde schon bald ein sensationeller Erfolg. Vor allem die Nylonstrümpfe machten weltweit Furore. Der Handelsname Nylon hat sich inzwischen zur Gattungsbezeichnung für lineare aliphatische Polyamide mit Ausnahme der Peptide entwickelt.

Abb.1
Poly(hexamethylenadipamid) alias Nylon oder PA 66 (AA/BB-Typ)

Der IUPAC-Name lautet Poly[imino-(1,6-dioxohexamethylen)-iminohexamethylen].

Eigenschaften

Nylonfasern zeichnen sich durch hohe Elastizität aus. Die maximale Wasseraufnahme liegt bei 3,5 % (21 °C, 65 % relative Luftfeuchtigkeit). Schafwolle nimmt 14 bis 15 % Wasser auf. Daher trocknet Nylongewebe relativ schnell nach dem Waschen.

Die Glasübergangstemperatur liegt bei 70 °C, der Schmelzpunkt bei 251 °C. Die maximale Dauerwärmebeständigkeit liegt bei 120 °C. Deshalb dürfen Nylontextilien nur bei niedriger Temperatur gebügelt werden. Die günstigste Einstellung ist ca. 110 °C (ein Punkt auf dem Bügeleisen). Da Nylontextilien wenig knittern, kann man allerdings oft völlig auf das Bügeln verzichten.

Verwendung

Die Hauptanwendungsgebiete für Nylonfasern und -gewebe sind Damenstrümpfe und Feinstrumpfhosen, Dessous und Miederwaren, Futterstoffe, Sport- und Freizeitbekleidung aller Art, Teppiche und Bodenbeläge, Rucksäcke, Taschen, Koffer und Zelte, technische Fasern und Gewebe (Reifencord, Taue, Borsten etc.).

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