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Polyurethane II - Schäume

Integralschäume

Integralschäume sind Formteile mit einem Kern aus Schaumzellen und einem zellfreiem Rand, quasi einer "Haut". Ihre Herstellung erfolgt durch Formverschäumung im Reaktionsspritzgussverfahren, auch RIM-Verfahren (Reaction Injection Moulding) genannt. Das Reaktionsgemisch wird flüssig in eine kalte, gut wärmeleitfähige Form eingebracht, die es nach Beendigung der Verschäumung vollständig ausfüllt. Dabei wird ein Temperaturgefälle vom Inneren zur Außenwand eingestellt. Dadurch dehnt sich das Treibmittelgas im Inneren stärker aus, erzeugt dort größere Schaumporen und damit eine geringere Dichte. Die an der Wand anliegenden Teile erhalten eine glatte Oberfläche.

Abb.1
Querschnitt durch einen Integralschaum in der Gussform

Literatur

Schwarz, O.: Kunststoffkunde. Vogel Business Media/VM, ISBN: 3802319877
Abb.2
Kühlschrank aus Polyurethan-Integralschaum
Foto mit freundlicher Genehmigung des Sandretto-Kunststoffmuseums http://www.sandretto.it/museo/.

Integralschäume können als flexible, semiflexible und harte Produkte hergestellt werden. Ihre Vorteile sind ein niedriges Gewicht und hohe Biegefestigkeit. Sitz- und Formpolster, Kopf-, Arm- und Fußstützen für Autos, Fahrradsättel, Kopfstützen, Lenkradumhüllungen und Schuhsohlen bestehen aus weichen Integralschäumen. Harte Integralschäume werden zu Fensterrahmen, Gehäusen für Fernseher, Radio und anderen elektrischen Geräten, Waschbecken, Ski, Tennisschlägern, Sesselschalen, Betten, Labormöbel, Ladeneinrichtungen, Stoßfängern oder Außenspiegeln verarbeitet. Mit Glasfaserverstärkung erhält man Karosseriewerkstoffe für Kotflügel, Motorhauben und Türen.

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