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Polyurethane III - Verschiedene Formen

Polyurethan-Lacke

Polyurethan-Lacke kommen als Ein- oder Zweikomponentensysteme in den Handel. "Klassisch" sind die Zweikomponentensysteme, bei denen Stammlack und Härter erst kurz vor der Verarbeitung miteinander vermischt werden. Der Stammlack enthält das Polyol, Pigmente, Füllstoffe und Additive, der Härter das Isocyanat-Präpolymer. Stammlack und Härter werden in Lösemitteln wie Estern oder Ketonen angeboten. Die Härtung erfolgt bei Raumtemperatur, kann aber durch Erwärmen beschleunigt werden.

Einkomponentenlacke härten durch Feuchtigkeit. Amino-Gruppen und Isocyanat-Gruppen reagieren dabei zu Polyharnstoffen und unter Bildung von Biuret-Gruppierungen. Alle Zusatzstoffe müssen vollständig wasserfrei sein. Einbrenn- und Pulverlacke enthalten Blockierungsmittel wie Phenol oder Caprolactam, das bei Temperaturerhöhung von der Isocyanat-Einheit abgespalten wird, so dass diese mit der Diolkomponente reagieren kann.

Polyurethan-Lacke sind qualitativ sehr hochwertig, also mechanisch und chemisch sehr beständig. Sie haften hervorragend auf Oberflächen, die freie Hydroxy-Gruppen aufweisen, mit denen die Isocyanat-Gruppen reagieren können. Aromatische Isocyanate erzeugen schnell härtende Lacke, die aber leicht vergilben. Aliphatische Isocyanate härten langsamer, geben aber sehr lichtbeständige Produkte. Mischpolymerisate vereinigen beide gute Eigenschaften. Generell kann man aufgrund der Vielfalt der Ausgangsprodukte und ihrer Kombinationsmöglichkeiten die Eigenschaften der Beschichtung sehr genau einstellen. Dementsprechend breit ist das Einsatzgebiet. Es reicht von der Industrielackierung bis zum Korrosionsschutz, von der Autoreparatur-Lackierung bis zur Lackierung von Eisenbahnwagen, von Isoliergründen auf tropischen Hölzern bis zu Parkett- und Möbellacken.

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