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Tutorial MenuePolymere WerkstoffeLerneinheit 8 von 9

Thermoplaste

Poly(vinylchlorid) (PVC)

Poly(vinylchlorid) ist nach den Polyolefinen mit über 20 Mio t Jahresproduktion (2001) weltweit mengenmäßig der zweithäufigste Thermoplast. Die Herstellung erfolgt über radikalische Polymerisation von Vinylchlorid in Substanz-, Suspensions-, Mikrosuspensions- und Emulsionspolymerisation. Das in seinen Monomeren unlösliche Polymer fällt schon nach geringem Umsatz aus.

1988 flossen in Deutschland rund 25 % des gesamten Primärchlorverbrauchs in die PVC-Herstellung.

Für die jeweilige Weiterverarbeitung von Roh-PVC wird je nach gewünschten Eigenschaften eine Vielzahl von Zusatzstoffen beigemischt:

  • Stabilisatoren
  • Farbgebende Zusätze
  • Weichmacher
  • Gleitmittel
  • Flammschutzmittel
  • Füllstoffe

Verwendungsbereiche für PVC

Der größte Absatz für PVC-Produkte liegt mit ca. 60 % im Baubereich. Beispielsweise werden 54 % der Fensterprofile aus PVC hergestellt. Für Entwässerung, Trink- und Abwasserleitungen, Kabelkanäle und Elektroinstallationen werden PVC-Rohre eingesetzt.

Den zweitwichtigsten Sektor bildet die Verpackungsindustrie. Vor allem für die Verpackung von Lebensmitteln ( Brot- und Fleischwaren, Verkaufsschalen für Gemüse und Obst) kommt PVC zum Einsatz.

Weitere, wenn auch mengenmäßig weniger wichtige Bereiche sind:

  • Fahrzeugbau
  • Möbelteile
  • Landwirtschaft und Gartenbau
  • Konsumartikel
  • Kunststoffkleber
  • Medizinbereich

Chemische Eigenschaften

Aufgrund seiner guten Beständigkeit gegen Säuren und Laugen bietet PVC ein breites Spektrum an Anwendungsmöglichkeiten. Zudem besitzt PVC ausgezeichnete Ozonbeständigkeit.

Thermische Eigenschaften

Je nach Weichmacheranteil ist PVC bei -10 °C bis -20 °C flexibel und bleibt bei Temperaturen bis + 60 °C formbeständig.

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