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Tutorial MenuePolymere WerkstoffeLerneinheit 8 von 9

Thermoplaste

Polypropylen (PP)

Polypropylen ist ein dem Hart-PE eng verwandter thermoplastischer Kunststoff, der unter anderem zur Herstellung von Spritzgussteilen, Fasern, Thermoformteilen und Halbzeugen verwendet wird. Kaffeemaschinen und Wasserkocher sind in der Regel aus PP.

Im Gegensatz zu Hart-PE zeichnet sich PP durch eine höhere Härte und Steifigkeit aus.

Polypropylen ist hervorragend beständig gegen Säuren, Laugen und polare organische Lösemittel. Es ist praktisch nicht anfärbend, scheuerfest und besitzt gute Zugfestigkeiten. PP zeichnet sich durch eine geringe Feuchtigkeitsaufnahme aus.

Gewebe aus Polypropylen-Fasern finden daher ihren Einsatz:

  • in der Bauindustrie
  • in der Elektroisolation
  • als Vorläufergewebe für Ausrüster
  • in der Gasfiltration
  • in der Nassfiltration
  • als Kälteschutzgewebe
  • als Beschichtungsträger

So bestehen die meisten synthetischen Teppiche aus PP-Fasern und PP wird zunehmend für Sportbekleidung eingesetzt.

Ausgangsmaterial für die Herstellung von Polypropylen ist Propen:

Abb.1
Polymerisation von Propen

Die mittlere Molmasse von technischen Polypropylen-Sorten liegt bei 150.000 bis 600.000  g/mol. Diese spielt neben Molmassenverteilung und Isotaxie eine herausragende Rolle für die Verarbeitungs- und Gebrauchseigenschaften von Polypropylen.

Chemische Eigenschaften

PP verfügt über eine gute Widerstandsfähigkeit gegen Chemikalien.

Thermische Eigenschaften

Ein Einsatz im Temperaturbereich unter 0 °C ist bei PP nicht ratsam, da es hier zu Versprödung kommen kann. Die Dauerwärmebeständigkeit liegt bei bis zu +100 °C.

PP ist das härteste unter den Polyolefinpolymeren und behält diese Eigenschaft auch bei Temperaturen über 100 °C bei. Es ist ausgesprochen reibungsfest und hitzebeständig, verfügt über hervorragende dielektrische Eigenschaften, isoliert sehr gut und besitzt außerdem eine spezielle Dauerbiegefestigkeit (10 Millionen Biegungen). Es ist sehr beständig gegen Umwelteinflüssen wie stressbedingter Risse. Nur sehr stark oxidierende Chemikalien können Risse verursachen. PP altert allerdings im UV-Licht und wird daher mit 2,0 bis 2,5 % Graphit versetzt. Wenn allerdings Transparenz gefordert wird, müssen an Stelle von Graphit Stabilisatoren eingesetzt werden.

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