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Tutorial MenueCharakterisierung von PolymerenLerneinheit 9 von 14

Osmometrie

Osmometrie

Der osmotische Druck wird verursacht durch das Bestreben von Lösungen unterschiedlichen chemischen Potenzials, einen Potenzialausgleich herbeizuführen. Dieses Prinzip ermöglicht zwei verschiedene Methoden zur Molmassenbestimmung von Polymeren, die Membranosmometrie und die Dampfdruckosmometrie.

Bei der Membranosmometrie wird eine mit einer Lösung von Makromolekülen gefülle Kammer durch eine semipermeable Membran, die im Idealfall nur für Lösemittelmoleküle durchlässig sein sollte, von einer Kammer mit reinem Lösemittel getrennt. Dabei wird der Druck gemessen, der sich — in nicht verformbaren Zellen — infolge der Diffusion der Lösemittelmoleküle durch die Membran einstellt.

Bei der Dampfdruckosmometrie werden in einer lösemitteldampfgesättigten Kammer je ein Tropfen Lösung bzw. Lösemittel auf zwei Temperaturfühler appliziert. Die osmotische Triebkraft bewirkt hier das Kondensieren von Lösemittel auf dem Lösungstropfen. Infolge der Kondensationswärme tritt eine Temperaturerhöhung ein, aus der man auf die Molmasse des gelösten Stoffes rückschließen kann.

Beide Verfahren sind Absolutmethoden und liefern ein Molmassen-Zahlenmittel. Sie sind jeweils auf unterschiedliche Molmassenbereiche anwendbar: Die Dampfdruckosmometrie ist für Molmassen von 50 bis 2 · 10 4 g/mol, die Membranosmometrie im Bereich von 10 4 bis 10 6 g/mol geeignet.

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