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Tutorial MenueCharakterisierung von PolymerenLerneinheit 8 von 14

Endgruppenbestimmung

Endgruppen-Bestimmungsmethoden

Die Endgruppenbestimmung wird hauptsächlich dazu benutzt, durch einen Vergleich mit einem anderen Verfahren Rückschlüsse auf die Art des Kettenabbruchs bzw. das Ausmaß der Verzweigung zu ziehen.

Tab.1
Bestimmungsmöglichkeiten wichtiger Endgruppen
EndgruppeBestimmungsmöglichkeit
Carboxy- (-COOH) Titration mit NaOH oder NaOEt (visuelle oder potentiometrische Endpunktbestimmung) Bildung von Farbstoffkomplexen mit anschließender colorimetischer Bestimmung Spektroskopie des Na-Salzes der Carboxy-Gruppe
Hydroxy- (-OH)Veresterung Urethanbildung mit Phenylisocyanat Deuteriumaustausch Umsetzung mit MeMgBr und anschließende volumetrische Methanbestimmung (Zerevitinov-Reaktion)
Amino- (-NH2 )Acidimetrie (potentiometrisch mit HCl)
Mercapto- (-SH) Deuteriumaustausch Umsetzung mit MeMgBr und anschließende volumetrische Methanbestimmung (Zerevitinov-Reaktion)
Sulfonat- (-SO3 - )Anfärben mit Methylenblau und colorimetrische Bestimmung

Oft werden auch physikalische Methoden zur Endgruppenbestimmung angewandt. Hier spielen vor allem UV-, IR- und NMR-Spektroskopie eine Rolle. Ihr Einsatz ist sinnvoll, wenn eine hohe Empfindlichkeit und Signalproportionalität bezogen auf die Endgruppenkonzentration besteht. Probleme bereiten jedoch ungenügende Banden-Auflösung und Störungen durch Verunreinigungen, vor allem durch Wasser. Die Obergrenze für die Molmassenbestimmung liegt im Falle der IR-Spektroskopie bei 7 · 10 4 g/mol und bleibt im Falle anderer Methoden deutlich darunter.

Ein Vorteil der Molmassenbestimmung durch Endgruppenmethoden ist der, dass die Ergebnisse ohne eine Extrapolation auf c=0 zugänglich sind. Durch Vergleich mit anderen Methoden kann man auch Informationen über eventuelle Übertragungsreaktionen und die Abbruchmechanismen (Disproportionierung, Kombination) gewinnen.

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