zum Directory-modus

Tutorial MenueHormoneLerneinheit 5 von 5

Botenstoffe der Pflanzen

Abscisinsäure

Abscisinsäure (ABA) ist im Pflanzenreich weit verbreitet. ABA ist identisch mit einer Substanz, die zuerst als Dormin bezeichnet wurde und in verholzten mehrjährigen Pflanzen Knospenruhe bewirkt. Wenn die Tageslänge abnimmt (Wechsel von Langtag zu Kurztag), steigt die Dormin-(ABA)-Aktivität in Ahorn- und Birkenknospen an. Als Folge wird das Blattwachstum gehemmt und das Knospenwachstum eingestellt. In der Vergangenheit wurde eine ganze Reihe von ABA-Derivaten hergestellt, aber keines dieser Derivate ist so wirkungsvoll wie ABA selbst. Xanthoxin ist eine dem ABA verwandte Substanz, die in manchen pflanzlichen Geweben (vor allem in jungen Triebe) vorkommt.

Aufbau

Absicisinsäure und Xanthoxin sind beide Terpenderivate. Zur Biosynthese dieser Substanzen existieren zwei Hypothesen:

  1. ABA ist ein Abbauprodukt von Xanthophyl (vor allem des Violaxanthins).
  2. ABA wird auf einem getrennten Weg aus einer C15-Vorstufe gebildet und ist damit vom Carotinoid-/Xanthophyll-Stoffwechsel unabhängig.

Da sich Xanthophylle und ABA strukturell sehr stark ähneln, erschien die erste Hypothese zunächst plausibler. Unter in vitro-Bedingungen erfolgt eine Umwandlung jedoch nur bei starker Belichtung mit extrem schlechter Ausbeute, so dass dieser Syntheseweg eher unwahrscheinlich ist.

Abb.1
Abscisinsäure
Abb.2
Xanthoxin

Eigenschaften

  • Wachstumshemmung und Aufrechterhaltung der Knospenruhe.
  • ABA hemmt die Samenkeimung (hohe ABA-Konzentration in ruhenden Samen, niedere Konzentration in austreibenden und auskeimenden Samen). Der Keimunsprozesses wird durch durch ein Gleichgewicht zwischen Auxin(en), Gibberellin(en) und Cytokinin auf der einen Seite und ABA auf der anderen Seite reguliert.
  • ABA reguliert den Wasserhaushalt, indem es die Kalium-Ionen-Aufnahme der Stomata (Schließzellen) inhibiert. Ohne Kalium können sich die Schließzellen nicht öffen und ein Wasserverlust wird verhindert.
  • In einigen Geweben kann ABA die Wirkung wachstumsfördernder Hormone (Auxine, Gibberelline, Cytokinine) aufheben. So wird z.B. in keimenden Gerstenkörnern die Synthese von Hydroxylasen in Gegenwart von ABA eingstellt.
  • ABA kann schnell wieder aus dem Zielgewebe entfernt und die ABA-Wirkung damit aufgehoben werden.
Seite 5 von 8