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Hormone - eine Einleitung

Neuropeptide

Die Aufgaben von Neuropeptiden

Insulin ist nur eines der vielen verschiedenen Peptidhormone, die von den diversen endokrinen Zellen als chemische Botenstoffe zur Steuerung mannigfaltiger Körperfunktionen eingesetzt werden. Auch Nervenzellen produzieren Peptide, die als Neuropeptide bezeichnet werden und zu denen zum Beispiel die körpereigenen Opiate gehören. Neuropeptide sind in der Regel 3-30 Aminosäuren lang und erfüllen als Botenstoffe bei der Kommunikation zwischen Nervenzellen eine Reihe wichtiger Funktionen. Bei der Signalübertragung von der Prä- zur Postsynapse, die weniger als eine Millisekunde benötigt, spielen Neuropeptide allerdings nur eine sekundäre Rolle. Überträgersubstanzen sind vielmehr die klassischen Neurotransmitter, wie zum Beispiel Acetylcholin. Zwar können Neuropeptide die Funktion von Ionenkanälen indirekt beeinflussen, aber bis heute ist kein Ionenkanal bekannt, der direkt durch Anlagerung eines Neuropeptids geöffnet wird. Warum die Nervenzelle Moleküle wie Acetylcholin als Neurotransmitter verwendet, und nicht Peptide, die sich doch als Botenstoffe hervorragend bewährt haben, wird durch die Biosynthese deutlich.

Tab.1
Beispiele für Neuropeptide als Neurotransmitter:
NeuropeptidVorkommen und WirkungStruktur
Neurotensin (Meerschwein)Vorhanden im Hypothalamus, der Hypophyse und im Verdauungstrakt; beteiligt an der Thermoregulation und Hormonfreisetzung in der Hypophyse, sowie der Aktivität der Bauchspeicheldrüse Peptid aus 13 Aminosäuren: H2N-Gln-Leu-Tyr-Glu-Asn-Cys-Ser-Arg-Arg-Arg-Tyr-Ile-Leu-COOH
Somatostatin (Lachs)Stimuliert Ca2+-aktivierte K+-Ionenkanäle u.a. in der Hypophyse, im Gehirn und Pankreas Tetradekapeptid (14 Aminosäuren): H2N-Ala-Gly-Cys-Lys-Asn-Phe-Phe-Trp-Lys-Thr-Phe-Thr-Ser-Cys-COOH
Motilin (Hund)Wirkt auf den Darm und aktiviert Ca2+-Kanäle in glatter MuskulaturPeptid aus 22 Aminosäuren: H2N-Phe-Val-Pro-Ile-Phe-Thr-His-Ser-Glu-Leu-Gln-Lys-Ile-Arg-Glu-Lys-Glu-Arg-Asn-Lys-Gly-Gln-COOH
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