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Tutorial MenueBiotoxineLerneinheit 6 von 7

Tiergifte

Spinnengift

Spinnen produzieren ihr Gift in Giftdrüsen, die über Giftkanäle mit den Fängen verbunden sind. Das Gift dient der Immobilisierung der Beute. Neben der in Europa heimischen Kreuzspinne und der Tarantel produzieren die in Amerika, Afrika und Asien beheimateten Latrodectus-Arten (Gattung Echten Witwen) eines der potentesten Spinnengifte, das α-Latrotoxin mit einer molekulare Masse von 130.000 Da. Es führt extrem schnell zur Ausschüttung von Acetylcholin, γ-Aminobuttersäure und Noradrenalin.

Abb.1
Echte Witwe (Latrodectus tredecimguttatus)
Alfried H.

Das Neurotoxin von Latrodectus enthält insgesamt sechs aktive Bestandteile mit molekularen Massen von 5.000-130.000 Da. Das Gift greift an den motorischen Endplatten neuromuskulärer synaptischer Membranen an, indem es an Ganglioside und Glycoproteine an den Synapsen bindet. Dadurch bleiben die Natrium-Kanäle der Neuronen geöffnet, was zu einer Freisetzung von Acetylcholin und Norepinephrin in die Synapse führt. Das Ergebnis ist eine exzessive Stimulation der motorischen Endplatten. Das Gift breitet sich über das Lymphsystem aus. Symptome sind daher starke lokale Schmerzen und Muskelstarre; auch Todesfälle sind bekannt.

Andere Beispiele sind Spinnen der Art Loxosceles, die hämolysierende und dermatonekrotische Toxine produzieren. Australische Atrax-Arten produzieren neurotoxische Polypeptide mit einer molekularen Masse von 8.000-9.000 Da.

Mouse
Abb.2
Delta-ACTX-Ar1 (Robustoxin)

Delta-Atracotoxin der Sydney-Trichternetzspinne (Atrax robustus), 42 Aminosäuren; PDB-Code: 1QDP.

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