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Pflanzentoxine

Nicotin

Nicotin (3-((S)-1-Methyl-2-pyrrolidinyl)pyridin) ist das Alkaloid der Tabakpflanze (Nicotiana tabacum). Es wird in der Wurzel der Tabakpflanze gebildet und wandert bei Reifung der Pflanze in die Blätter. Nicotin wurde erstmals 1928 isoliert. Es ist ein starkes Zellgift und wird für die akute Wirkung des Tabakrauchens und die Entwicklung einer Abhängigkeit verantwortlich gemacht.

Inhaltsstoffe des Tabaks

Tabak enthält neben Nicotin noch mehr als 4.000 Inhaltsstoffe, darunter weitere Alkaloide sowie Cyanwasserstoff, Benzol, Formaldehyd, Hydrazin, Vinylchlorid, Cadmium, Blei, Nickel, Chrom, Aluminium und Kohlenmonoxid. Unter den Schadstoffen im Tabak befinden sich allein mehr als 40 Substanzen, die nachweislich krebserregend sind. Nicotin selbst ist nicht krebserregend oder gesundheitsschädlich, stellt jedoch in Kombination mit seinen Begleitstoffen wie Teer oder Kohlenmonoxid eines der stärksten pflanzlichen Zellgifte dar.

Toxikologie des Nicotins

Abb.1
(-)-(S)-Nicotin

Nicotin wird beim Verbrennen des Tabaks freigesetzt und ist an die Teerpartikel im Rauch gebunden. So gelangt es in die Lunge und von dort ins Blut. Es besitzt die Fähigkeit, die Blut-Hirn-Schranke zu überwinden, was dazu führt, dass Nicotin-Moleküle bereits sieben Sekunden nach ihrer Aufnahme das Gehirn erreichen und dort die Aktivität von Nervenzellen beeinflussen können. Nicotin ist ein Agonist, der an den Acetylcholin-Rezeptor bindet und den von ihm gesteuerten Ionenkanal offen hält, da er von der Acetylcholin-Esterase nicht abgebaut werden kann. Die dauerhafte Depolarisierung der postsynaptischen Membran macht die Nervenzelle unempfänglich für nachfolgende Reize, was einer Blockade gleichkommt. Der Effekt wird vergleichsweise langsam durch eine Desensitisierung beendet.

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