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Pflanzentoxine

Natürliche Insektizide und Herbizide

In ein Fass voll Tabakslauge tunkt man ihn mit Haut und Haar ...

Wilhelm Busch "Pater Filucius" 1872

Es sind heute ca. 2.000 Pflanzenarten bekannt, die natürliche Insektizide herstellen. Das bei Busch erwähnte Tabak-Bad zum Abtöten von Läusen (Nicotin als wirksamer Inhaltsstoff) ist nur eines davon. Davon abgesehen, ist die Struktur dieser natürlichen Insektizide nur in wenigen Fällen bekannt. Deren technische Nutzung ist daher nur beschränkt möglich.

Tab.1
Beispiele für natürliche Insektizide und Herbizide
SubstanzWirkung
KnoblauchInsektizid
Coffein Insektizid
essigsaurer Auszug der Rinde des Neem-Baums (Antelaea azadirachta)Insektizid
NicotinInsektizid
PyrethroideInsektizid
Ryanodin Insektizid
Substanz aus Blüte des Flaschenputzerbaums (Callistemon citrinus) (Weiterentwicklung: Mesotrion)Herbizid

Pyrethroide

Pyrethrum ist eine Mixtur aus verschiedenen Pyrethrinen, Cinerinen und Jasmolinen. Es wird aus Korbblütlern, wie Chrysanthemen, isoliert und wirkt als natürliches Insektizid, weshalb es in vielen Mitteln gegen Hygiene- und Vorratsschädlinge enthalten ist. Es wird entweder allein oder als Mischung mit Piperonyl-Butoxid zur Bekämpfung saugender, teils auch beißender Insekten wie Blattläusen, Weiße Fliegen, Kohlweißlingen und Spinnmilben verwendet. Pyrethrum dringt in den Insektenkörper ein und wirkt als Nervengift. Dort ruft es eine starke Erregung hervor, gefolgt von Koordinationsstörungen, Lähmung und Tod. Die Anfangswirkung setzt dabei sehr schnell ein, allerdings werden die Wirkstoffe im Insekt durch enzymatische Oxidation schnell entgiftet, so dass sich ein Teil der Tiere wieder erholen kann.

Abb.1
Beispiel für einige Pyrethroide
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