zum Directory-modus

Tutorial MenueBiotoxineLerneinheit 5 von 7

Pflanzentoxine

Lectine

Lectine sind Proteine oder Glycoproteine, die spezifisch an Zuckerreste von Zellwänden oder Zellmembranen binden. Lectine sind vor allem in Pflanzen weit verbreitet, insbesondere in den Samen. Zu den bekanntesten Lectinen gehören die Lectine aus Hülsenfrüchten (z.B. das Phasein aus Bohnen). Die am besten untersuchten pflanzlichen Lectine sind Concanavalin A (Con A) aus den Samen von Canavalia ensiformis sowie Phytohämagglutinin (PHA; Phaseolus vulgaris). Auch Kartoffeln enthalten Lectine. Diese haben besonders viele gebundene Zuckerreste.

Mouse
Abb.1
3D-Struktur von Phytohämagglutinin-L

Jede der vier Ketten enthält ein Calcium-Ion (weiß), ein Mangan-Ion (pink) und ein Molekül N-Acetyl-D-glucosamin (PDB-Code: 1FAT).

Biologische Wirkung und Einsatz in der Forschung

Lectine sind in der Lage, Zuckerreste auf Zellen zu binden und die Zellen dadurch als Klumpen zu agglutinieren. Dies gilt besonders für die Blutgruppenantigene auf der Oberfläche von Erythrocyten. Lectine haben eine ausgeprägte Blutgruppenspezifität (Anti-A-, -B-, -H- und -N-Spezifität) und werden daher zur Bestimmung von Blutgruppen verwendet.

Durch Bindung von Lektinen an Membran-Glycoproteine können zelluläre Stoffwechselvorgänge in Gang gesetzt werden, die zur Zellproliferation führen. In der immunologischen Forschung werden Lectine, vor allem Con A und PHA, zur Stimulation der DNA-Synthese in T-Lymphocyten und in jüngster Zeit auch zur Aktivierung von HIV-1 in peripheren menschlichen Lymphocyten verwendet.

Nach dem Verzehr lectinhaltiger Pflanzen binden Lectine an die Dünndarmwand und besetzen die Plätze, die andernfalls von Bakterien eingenommen würden. In bestimmten Mengen scheinen sie dadurch die Anheftung schädlicher Bakterien an die Darmschleimhaut zu blockieren.

Die Giftigkeit von Pflanzenlectinen für den Menschen ist lectin- und dosisabhängig. Außerdem können Lectine auch für verschiedene Tiere schädlich sein, z.B. für bestimmte Insekten. Sie gelten daher als natürliche Insektizide bzw. Pestizide, die die Pflanzen vor dem entsprechenden Schädlingsbefall schützen

Seite 12 von 13