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Tutorial MenueBiotoxineLerneinheit 4 von 7

Pilzgifte und Mykotoxine

Das Coprinus-Syndrom

auch Acetaldehyd-Syndrom oder Coprin-Snydrom genannnt.

Mit diesem Begriff sind alle Vergifungen durch Pilze zusammengefasst, die erst in Kombination mit Alkohol auftreten. Durch den Verzehr von Pilzen wie z.B. dem Falten-Tintling (Coprinus atramentarius u.a. Coprinus-Arten) wird der Abbau von Alkohol im Blut für bis zu drei Tage verzögert. Bereits ein Glas Bier reicht aus, um die Symptome hervorzurufen: intensive Rötungen von Gesicht, Brust, Nacken und Hals treten auf, im Mund entwickelt sich ein metallischer Geschmack. Es kommt zu Herzklopfen, Engegefühl, Gliederzittern, Blutdruckabfall, mitunter sogar einem Kreislaufkollaps, während Symptome wie Überkeit und Erbrechen eher selten auftreten. Innerhalb von 2-4 Stunden erholt sich der Patient wieder.

Das Gift

Die Vergiftung wird durch Coprin verursacht, das Additionsprodukt von Glutamin an Cyclopropanon: 5-[N-(1-Hydroxycyclopropyl)]-L-glutamin. Coprin wirkt als Inhibitor der Acetaldehyd-Dehydrogenase der Leber, die das beim Alkohol-Abbau entstandene Acetaldehyd zu Acetat abbaut. Die Anreicherung von Acetaldehyd im Blut ist für die Symptome verantwortlich.

Abb.1
Strukturformel von Coprin
Abb.2
Falten-Tintling (Coprinus atramentarius)
© by Erhard Ludwig, Fungicon-Verlag Berlin
Seite 9 von 19