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Tutorial MenueKompaktkurs Makromolekulare Chemie am Beispiel von PolystyrolLerneinheit 3 von 6

Vom Monomer zum Werkstoff - Polystyrol

Styrol-Copolymerisate mit Acrylnitril und Butadien/Acrylnitril

Styrol-Acrylnitril-Copolymere

Abb.1
Gefäß aus hoch transparentem Styrol-Acrylnitril-Copolymer

Copolymere aus Acrylnitril und Styrol werden als Styrol-Acrylnitril-Copolymere (SAN) bezeichnet. SAN mit einem Massegehalt von 25 bis 35 % Acrylnitril zeichnen sich im Vergleich zu Standard-Polystyrol durch höhere Schlagfestigkeit, Steifigkeit, Kratzfestigkeit und Temperaturwechsel-Beständigkeit aus.

Hohe Transparenz und gute Alterungsbeständigkeit machen SAN z.B. geeignet für Geschirr, Schaugläser und Scheinwerfergehäuse. Weitere Einsatzgebiete sind Drehknöpfe, Skalenscheiben für Geräte in der Elektro- und Feinwerktechnik, Tonbandspulen und Telefonapparate.

Acrylnitril-Butadien-Styrol-Copolymere

Die kautschukmodifizierten SAN-Copolymere werden als ABS-Polymere (Acrylnitril-Butadien-Styrol) bezeichnet. Hier ist die elastische Phase aus Polybutadien in einer Matrix aus steifen Acrylnitril-Styrol-Copolymeren dispergiert. Die Herstellung erfolgt im Wesentlichen über zwei Verfahren:

  • Lösungsverfahren: Polybutadien wird in einem Gemisch aus Acrylnitril und Styrol gelöst. Anschließend wird polymerisiert. Das Produkt wird als Acrylnitril-Butadien-Styrol (ABS) bezeichnet und ist ein Pfropfcopolymer.
  • Emulsionsverfahren: Ausgehend von monomerem Butadien wird zunächst eine Polybutadien-Dispersion erzeugt. Anschließend wird die gewünschte Menge Styrol/Acrylnitril wie bei der Herstellung der SBR-Polymere aufgepfropft.

ABS-Polymerisate haben aufgrund der Kombination der Eigenschaften der verschiedenen Basispolymere ein breites Anwendungsspektrum: Gehäuse für elektronische Geräte, Koffer, Haushalts- und Elektroartikel, Büromaschinen, Möbel, Rohre, Verpackungsfolien, Sportartikel, Spielzeug etc.

ABS-Kunststoffe mit α-Methylstyrol

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