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Tutorial MenueMethoden der GentechnologieLerneinheit 1 von 9

Vorbereitung zum gentechnischen Praktikum

Animpfen eines Nährmediums

Abb.1
Impföse
Institut für Technische Chemie, Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover

Bakterien werden als Schüttelkultur in flüssigen Medien (beispielsweise im Reagenzglas oder im Erlenmeyerkolben) oder auf festen Nährböden (Agarplatten) im Brutschrank angezogen. Die optimale Wachstumstemperatur für Darmbakterien wie E. coli beträgt 37 °C, während Luft- oder Bodenkeime in den meisten Fällen niedrigere Temperaturen bevorzugen. Diese optimale Wachtumstemperatur sollte nach Möglichkeit eingehalten werden, da sich die Bakterien sonst nur langsam vermehren.

Zur Herstellung von Reinkulturen werden bakterielle Zellen so auf einer Agarplatte ausgebracht, dass im Idealfall Einzelkolonien entstehen. Eine Einzelkolonie ist aus einem einzigen Bakterium hervorgangen, so dass man davon ausgehen kann, dass alle Bakterien in dieser Kolonie genetisch identisch sind. Eine Einzelkolonie lässt sich beispielsweise durch einen Verdünnungsausstrich oder das Ausplattieren einer entsprechenden Verdünnung der Flüssigkultur erreichen.

Abb.2
Das Abflammen der Impföse
Institut für Technische Chemie, Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover

Eine einzelne Kolonie wird dann mit einer sterilen Glaspipette oder einer abgeflammten Impföse von der Agarplatte in ein beschriftetes Kulturröhrchen überführt (Animpfen) und bei optimaler Wachstumstemperatur inkubiert. Die Vermehrung der Bakterien im Kulturröhrchen lässt sich mit dem Auge durch eine zunehmende Trübung verfolgen und anhand der optischen Dichte bei 600 nm quantifizieren.

Wird der Kulturflüssigkeit ein Antibiotikum zugesetzt, können sich die Bakterien der Kolonie nur dann vermehren, wenn sie die entsprechende Antibiotikaresistenz tragen. Diese selektive Anzucht kann genutzt werden, um nach einer Klonierung nur das Wachstum der gewünschten rekombinanten Bakterien zu ermöglichen.

Abb.3
Animpfen
Hinweis
Ein Tipp für die Praxis: Werden Agarplatten grundsätzlich auf dem Boden der Platte (und nicht auf dem Deckel) beschriftet, reduziert sich die Verwechslungsgefahr erheblich, wenn parallel mit verschiedenen Versuchsansätzen hantiert wird!
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