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Tutorial MenuePflanzengentechnikLerneinheit 2 von 4

Pflanzenernährung

Mineralische Düngung

Im 19. Jahrhundert beschäftigten sich die Agrikulturchemiker intensiv mit den Inhaltsstoffen von Substanzen wie Guano und Dung, mit denen bekanntermaßen der Ertrag eines Feldes gesteigert werden konnte. Justus von Liebig formulierte 1840 das Gesetz des Minimums. Es besagt, dass jeweils derjenige Faktor das Wachstum einer Pflanze begrenzt, der in der relativ geringsten Menge vorliegt. Um einen hohen Ernteertrag zu erhalten, müssen vor allem Stickstoff, Phosphor und Kalium immer in ausreichenden Mengen im Boden vorhanden sein.

1842 wurde der erste wasserlösliche Dünger namens Superphosphat (Calciumdihydrogenphosphat, Ca(H2PO4)2) von Sir J.B. Lawes entwickelt. Nachdem die hohe Wirksamkeit solcher künstlichen Substanzen festgestellt wurde, begann man Wege zu suchen, noch effektivere, billigere Rohmaterialquellen zu finden. 1861 begann die Kalidünger-Produktion aus Abraumsalzen der Salzbergwerke.

Die Herstellung von Stickstoff-Düngern bereitete lange Zeit Probleme. 1890 wurde Ammoniumsulfat aus dem Ammoniak der Kokereien hergestellt. 1909 gelang die Herstellung von künstlichem Ammoniak mit dem Haber-Bosch-Verfahren. Die Düngung mit Harnstoff wurde 1921 eingeführt. Den ersten Volldünger namens Nitrophoska stellte BASF 1927 vor. Ab 1929 konnte Kalkammonsalpeter, ein Gemisch aus Calciumcarbonat und Ammoniumnitrat, verwendet werden.

Mit Verwendung der neuen Düngemittel wurde der Ertrag erheblich verbessert. Heutzutage ist der Gebrauch von Dünger unverzichtbar. Der Einsatz der Düngung in der Landwirtschaft erfordert aber eine genaue Kenntnis der verwendeten Stoffe und deren Wirkweise, wenn das Ziel der effektiven und für die Natur nicht belastenden Pflanzennährstoffversorgung erreicht werden soll.

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