zum Directory-modus

Tutorial MenuePflanzengentechnikLerneinheit 3 von 4

Chemischer Pflanzenschutz

Rattengifte (Rodentizide)

Ratten stellen schon seit langer Zeit ein Problem für den Menschen dar - früher hielten die Menschen Katzen, um die Vorratsschädlinge und Krankheitsüberträger einzudämmen. Heute wird in Lagerhäusern und Silos, in denen Saatgut lagert, Rattengift in Form von Ködern oder Streupulver verteilt. Diese Chemikalien, so genannte Rodentizide, werden in akut, subakut und chronisch wirkende Gifte eingeteilt. Ratten sind, so wie alle Nagetiere, anatomisch bedingt nicht in der Lage, sich zu erbrechen. So bleiben die Giftstoffe, wenn sie einmal von den Tieren aufgenommen wurden, auf jeden Fall im Körper und können so ihre Wirkung entfalten. Nachteilig ist, dass Nagetiere mit der Zeit Resistenzen gegen einzelne Wirkstoffe entwickeln. Bei akut wirkenden Giften können sich keine Resistenzen ausbilden, diese Mittel sind bereits durch die Verabreichung einer Einzeldosis voll wirksam. Aber die rasch eintretenden Vergiftungserscheinungen bei einer Ratte führen bei anderen Ratten der Kolonie zur Köderscheu.

Akut wirkende Gifte

Vor 1982 wurden Crimidin- und Thallium-haltige Rattengifte eingesetzt, die Ratten sofort töten können, aber auch dazu führen, dass die anderen Ratten der Kolonie gewarnt waren und das Gift nicht mehr fraßen. Heute werden vor allem gerinnungshemmende Rodentizide verwendet, auch Superwarafine oder langwirksame Antikoagulantien genannt. Diese Gerinnungshemmer gehören zu den subakut oder chronisch wirkenden Rodentiziden. Beispiele dafür sind Brodifacoum, Bromadiolon, Chlorphacion und Diethalion. Diese Substanzen wirken, indem sie die Vitamin K-Synthese in der Leber hemmen. Dadurch erfolgt eine Hemmung der Synthese von Vitamin K-abhängigen Gerinnungsfaktoren. Als Folge treten innere Blutungen auf, die zu einem unauffälligen Tod führen, so dass die Tiere keinen Bezug zu dem vergiften Köder mehr entwickeln können.

Zu den akut wirkenden Giften gehören zum Beispiel Bromethalin, Scillirosid, Calciferol und Zinkphosphid.

Abb.1
Bromadiolon
Abb.2
Chlorphacinon
Abb.3
Bromethalin
Seite 11 von 12