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Tutorial MenuePflanzengentechnikLerneinheit 3 von 4

Chemischer Pflanzenschutz

Beizmittel

Beizmittel werden schon seit sehr langer Zeit zur Saatgutbehandlung verwendet, um das Saatgut vor Pilz-, Viren-, und Schädlingsbefall zu schützen, indem die Erreger in oder auf den Knollen, Zwiebeln oder Samen leben, abgetötet werden. Zudem sollen jungen Pflanze vor Auflaufkrankheiten geschützt werden.

Es gibt verschiedene Methoden zur Behandlung des Saatgutes mit fungiziden Wirkstoffen:

  • Nassbeizmittel: das Beizgut wird mit dem Wirkstoff benetzt oder in dieses getaucht.
  • Trockenbeizmittel: das Saatgut wird mit einem Pulver bestäubt.
  • Slurry-Beizmittel: das Saatgut wird mit einer wässrigen Suspension in einem Mischer überzogen.
  • Feuchtbeizmittel: das Beizgut wird mit einer echten Lösung besprüht.

Beizmittel sind das älteste Pflanzenschutzmittel der Welt. Schon 450 v.u.Z. wurde Lauchsaft als Beizmittel eingesetzt. Im Mittelalter wurde Jauche, ab 1660 Glaubersalz (Na2SO4) in dieser Funktion verwendet. Später wurden Arsen-, Kupfer- und Quecksilber-Präparate eingesetzt, die inzwischen gänzlich verboten sind.

Heute wird eine große Bandbreite von Wirkstoffen eingesetzt, hier einige Beispiele:

  • Pilzbefall: gegen Schneeschimmel (Fusarium nivale), Steinbrand (Tilletia caries): Fludioxonil, Difenoconazol, Tebuconazol (systemischer Wirkstoff) gegen Falschen Mehltau (Preonospora parasitica): Dimethomorph, Metalaxyl
  • Schädlingsbefall: gegen den Rapserdfloh (Psylliodes chrysocephala ): Carbosulfan, Isofenphos gegen die Weiße Fliege (Trialeurodes vaporariorum): Imidacloprid
Abb.1
Tebuconazol
Abb.2
Metalaxyl
Abb.3
Imidacloprid

Die Anwendung von Beizstoffen als Pflanzenschutzmittel kann man trotz ihrer jahrhundertelangen Verwendung durchaus als modern bezeichnen. Ihre Applikation erfolgt sehr zielgerichtet, da sie nicht auf den Ackerflächen, sondern direkt am Saatgut stattfindet. Somit geht die Beizmittelauftragung fast ohne Wirkstoffverluste vonstatten, da sie unabhängig von Einflüssen der Witterung ist.

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