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Tutorial MenuePflanzengentechnikLerneinheit 3 von 4

Chemischer Pflanzenschutz

Herbizide und ihre Wirkung

Herbizide wirken, indem sie in den Stoffwechsel der Pflanzen eingreifen und z.B. die Photosynthese oder die Atmung blockieren. Stoffe wie Diuron und Atrazin hemmen die Reduktion eines Chinons und stören so die Photosynthese. Die herbizide Wirkung kann auch in der Hemmung der Mitose oder der Carotin-Biosynthese bestehen. Eine andere Möglichkeit ist, die Pflanze zum Riesenwuchs anzuregen. Die Pflanze geht an dem extrem verstärkten Wachstum ein.

Typische Herbizide

Anorganische Herbizide:

  • Eisen(III)-sulfat
  • Kupfer(II)-sulfat

Organische Herbizide:

  • Triazin-Derivate, z.B. Atrazin
  • Triazol-Derivate, z.B. Amitrol
  • Harnstoff-Derivate, z.B. Diuron
  • Benzothiadiazine, z.B. Bentazon
  • Nitrophenole, z.B. DNOC
  • Aminosäure-Derivate, z.B. Glyphosphat und Glufosinat

Atrazin und Diuron werden nur sehr langsam abgebaut. Die Rückstands-Höchstmengenverordnung (RHmV) begrenzt die zulässige Atrazin-Höchstmenge auf 0,1 mg/kg für alle pflanzlichen Lebensmittel. In Wasserschutzgebieten ist die Anwendung von Atrazin gänzlich verboten. Auch die Anwendung von Diuron und anderer 3,4-Dichloraniline unterliegt der RHmV.

Der Photosynthese-Hemmer Amitrol wird über Blätter und Wurzeln aufgenommen. Es wird bevorzugt gegen Tiefwurzler im Obst- und Weinbau eingesetzt. Aufgrund der hohen Mobilität um Erdboden ist die Anwendung in Wasserschutzgebieten verboten.

Bentazon ist ein selektives Kontaktherbizid, das gegen zweikeimblättrige Unkräuter in Winter- und Sommergetreide, insbesondere gegen Kamille, Klettenlabkraut und Vogelmiere wirksam ist.

Abb.1
Atrazin
Abb.2
Amitrol
Abb.3
Diuron
Abb.4
Bentazon

DNOC (2-Methyl-4,6-dinitrophenol) wurde 1934 als erstes organisches synthetisches Pflanzenschutzmittel eingeführt. Der nicht-systemische Wirkstoff richtet sich speziell gegen einjährige Unkräuter im Getreide und Kartoffelbau. Er eignet sich aber auch als Winterspritzmittel gegen Überwinterungsstadien tierischer Schädlinge im Obst- und Weinbau. Die zulässigen DNOC-Höchstmengen in Lebensmitteln regelt die RHmV.

Glyphosphat (Handelsname roundup®) wird zur totalen und semitotalen Bekämpfung von Ungräsern und Unkräutern verwendet. Das nicht-selektive systemische Blattherbizid bekämpft auch tiefwurzelnde mehrjährige Arten.

Das breit wirksame Kontaktherbizid Phosphinothricin (PPT, Glufosinat; DL-PPT-Ammonium-Salz: Handelsnamen BASTA®, Liberty®) weist ähnliche Eigenschaften wie das 1971 eingeführte Glyphosphat auf. Beide Wirkstoffe werden inzwischen als selektive Herbizide im Zuckerrübenanbau eingesetzt.

Abb.5
DNOC
Abb.6
Phosphinothricin (BASTA®)
Abb.7
Glyphosat (roundup®)
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