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Tutorial MenuePflanzengentechnikLerneinheit 4 von 4

Pflanzenzucht und biologischer Pflanzenschutz

Raps und Rübsen

Diese beiden Kohlpflanzen (Familie der Kreuzblütler, Brassicaceae) gehören zu den Ölpflanzen, aus denen Pflanzenöl gewonnen wird.

Rübsen

Als Stammpflanze des Rübsen (Brassica rapa) gilt der Feldkohl (Brassica campestris), ein in Asien und Europa weit verbreitetes Wildkraut. Man nimmt an, dass Rübsen bereits im Mittelalter in Kultur genommen wurde. Heute wird Rübsen dort angebaut, wo die Überwinterung des Raps nicht zufriedenstellend ist. In Westasien, Schweden und Kanada hat Rübsen eine besondere wirtschaftliche Bedeutung. Der Rübsen hat geringere Ansprüche an Standort und Vegetationsdauer als Raps.

Ein Schwerpunkt der Zuchtziele ist die Entwicklung von blatt- und nährstoffreichen Grünfuttersorten. Rübsen wächst niedriger als Raps und liefert zudem einen geringeren Kornertrag mit weniger Ölgehalt.

Raps

Der Raps (Brassica napus) ist eine Kreuzung zwischen dem Kohl (Brassica oleracea) und Rübsen. Die Pflanze ist eine der wenigen Pflanzenarten, die bereits gentechnisch verändert werden konnten. Man hat das Bt-Toxin in Rapspflanzen übertragen, um sie durch die selbstständige Produktion von Bt-Toxin vor Insekten zu schützen.

Abb.1
Rapsöl

Landwirte in Europa, China, Indien und Kanada bauen Raps als ertragreiche Ölfrucht an. Rapsöl findet Verwendung als Speiseöl, Backfett und Magarine, wird aber auch für technische Zwecke eingesetzt. Raps hat weltweit an Bedeutung gewonnen und ist in Europa mittlerweile die wichtigste Ölpflanze.

Die Samen des Raps enthalten hauptsächlich Fettsäuren mit 18 Kohlenstoff-Atomen und eine bedeutenden Anteil mehrfach ungesättigter ω-3-Fettsäuren. Die Industrie benutzt zur Herstellung von Tensiden zur Zeit jedoch überwiegend Fettsäuren, die acht bis vierzehn Kohlenstoff-Atome enthalten. Die Forschung beschäftigt sich jetzt damit, in Raps statt der üblichen Ölsäure hauptsächlich solche kürzeren Fettsäuren herzustellen. Denn je größer der Anteil der gewünschten und je geringer die Vielfalt an Fettsäuren in einer Pflanze ist, desto einfacher ist es, diese Fettsäure zu reinigen. Das spart nicht nur Geld und Zeit, sondern auch Energie. Durch einen gentechnischen Eingriff lässt sich der qualitative Fettsäuregehalt des Samens verändern. Herkömmlicher Raps enthält hauptsächlich Ölsäure, wenig Palmitinsäure und keine Myristinsäure, während der gentechnisch veränderte Raps weniger als die Hälfte des ursprünglichen Gehaltes an Ölsäure hat, dafür aber zu etwa einem Viertel mehr Myristinsäure und Palmitinsäure. Durch weitere Untersuchungen gentechnisch veränderter Rapspflanzen und Züchtung soll eine Steigerung der neuen Fettsäure-Anteile erreicht werden.

Der erste Freilandversuch von Raps mit dem neuartigen Fettsäurespektrum begann im Mai 1996 auf dem Versuchsgelände der Bundesanstalt für Züchtungsforschung an Kulturpflanzen in Groß Lüsewitz.

Abb.2
Winterraps
Abb.3
Rapsblüte
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