zum Directory-modus

Tutorial MenueNucleinsäurenLerneinheit 2 von 3

Bausteine der Nucleinsäuren

DNA und RNA

Abb.1
Adenosin und Desoxyadenosin

Adenosin und Desoxyadenosin sind als Bausteine der Nucleinsäuren RNA bzw. DNA bekannt. Neben dieser strukturellen Rolle übt es noch andere Funktionen aus. Im so genannten Poly(A)-Schwanz, einer Kette aus bis zu 250 Adenylat-Resten am 3'-Ende der Messenger-RNA (mRNA), dient es als Exportsignal der mRNA aus dem Zellkern.

Eine weitere wichtige Funktion dieses Nucleotids findet sich bei der Translation der mRNA in den Ribosomen. Hier werden zur Proteinbiosynthese spezifische Überträger proteinogener Aminosäuren benötigt, welche als Transfer-Ribonucleinsäure (tRNA) bezeichnet werden. Unmittelbar vor dem Beladen der tRNA muss die zu übertragene Aminosäure mittels Adenosin-5'-triphosphat aktiviert werden. Dabei reagiert die Carboxy-Gruppe der Aminosäure mit der am 5'-Kohlenstoff gebundenen Phosphat-Gruppe des ATP zu Aminoacyl-adenylat (Aminoacyl-AMP) unter Abspaltung anorganischen Pyrophosphats (PPi). Der Aminosäurerest des Aminoacyl-AMP wird anschließend durch enzymatisch katalysierte Veresterung unter AMP-Freisetzung an die 2'- oder 3'-Position des cis-Diol-ähnlichen, endständigen Adenylat-Restes der tRNA angehängt. Der so gebundene Aminosäurerest kann nun wieder enzymatisch an die wachsende Polypeptidkette angehängt werden. Die vor Ort ebenfalls vorhandene Pyrophosphatase katalysiert die Hydrolyse von entstehendem PPi, wodurch dem gesamten Vorgang die entsprechende Energie bereitstellt wird und die Gleichgewichtsreaktion der Aminosäure-aktivierenden Veresterung vollständig zur Produktseite hin verschoben wird.

Seite 30 von 35