zum Directory-modus

Tutorial MenueChemie für MedizinerLerneinheit 19 von 19

Chemie für Mediziner: Vitamine und Coenzyme

Vitamin H: Biotin

Abb.1
Strukturformel von Biotin

Biotin besitzt einen bicyclischen Bau, wobei es sich beim (in der Abbildung) oberen Ring um ein Harnstoff-Derivat handelt. Biotin ist die prosthetische Gruppe der Carboxy-Transferasen. Es ist über die Carboxy-Gruppe mittels einer Peptidbindung an einen Lysin-Rest des Enzyms gebunden. Biotin-Enzyme sind beispielsweise an der Gluconeogenese (Pyruvat-Carboxylase) und am Fettsäurestoffwechsel (Propionyl-CoA-Carboxylase) beteiligt.

Biotin kommt in den meisten Nahrungsmitteln vor, besonders Biotin-reich sind Leber und Eigelb. Außerdem wird das Vitamin von der Darmflora gebildet. Ein Biotin-Mangel kann bei länger dauernder Zerstörung der Darmflora auftreten oder wenn große Mengen von rohem Eiklar verzehrt werden. Im rohen Eiklar ist das Glykoprotein Avidin enthalten, das mit Biotin einen stabilen Komplex eingeht, der auch von Proteasen nicht angegriffen werden kann. Avidin wird beim Kochen denaturiert, bei gekochten Eiern besteht diese Gefahr nicht. Die Symptome des Biotin-Mangels sind unspezifisch: Dermatitis, Haarausfall, neuronale Störungen.

3D-Modell des Avidin-Biotin-Komplexes

Weiterführende Informationen

In der Lerneinheit Abbau und Aufbau von Fetten wird die Carboxylierung von Acetyl-CoA durch die Biotin-abhängige Acetyl-CoA-Carboxylase detailliert vorgestellt.

Seite 34 von 39