zum Directory-modus

Tutorial MenueChemie für MedizinerLerneinheit 3 von 19

Elemente des Periodensystems für Mediziner

Exkurs: Toxizität von Metallen: Blei

Die Bleiresorption im Darm ist sehr gering. Die meisten technisch verwendeten Bleiverbindungen sind zudem schwerlöslich. Dennoch sind chronische Bleivergiftungen möglich, insbesondere bei hohen Bleikonzentrationen im Trinkwasser (durch Bleirohre). Die Aufnahme von Blei erfolgt besonders leicht über die Lunge, z.B. in Form der Verbrennungsprodukte von Tetraethylblei (verbleites Benzin).

Das aufgenommene Blei wird zunächst in den Knochen gespeichert. Daher haben Bleivergiftungen meist einen schleichenden Verlauf. Am wachsenden Skelett kommt es an den Enden der Röhrenknochen zu Spongiosaverdichtungen, die im Röntgenbild als Bleibänder sichtbar werden.

Abb.1
Abb.2

Ein frühes Symptom einer Vergiftung ist das Auftreten eines Bleisaumes, einer grauschwarzen Verfärbung am Zahnfleisch durch Bleisulfid (PbS). Bereits bei sehr kleinen Bleikonzentrationen wird die Blutbildung gestört, es kommt zu Anämien. Bei höheren Konzentrationen oder spontaner Bleifreisetzung aus den Knochen werden periphere Nervenzellen geschädigt, Lähmungen treten auf. Sehr oft ist der Nervus radialis betroffen, der die Streckmuskulatur des Unterarms innerviert. Es tritt die sogenannte Bleifallhand auf.

Im 19. Jahrhundert wurden Bleilegierungen zum Verlöten von Konservendosen verwendet. Aus dem Lötmaterial können bei längerer Lagerung erhebliche Mengen Blei an den Inhalt abgegeben werden. Der Verzehr solcher Nahrungsmittel führt zu schweren Vergiftungen. In einer durch derartige Konserven verursachten Bleivergiftung wird heute das Scheitern der Franklin-Expedition gesehen.

Seite 11 von 22