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Tutorial MenueChemie für MedizinerLerneinheit 11 von 19

Chemie für Mediziner: Metallkomplexe

EDTA-Komplexe

Abb.1
Ethylendiamin-tetraacetat

EDTA (Ethylendiamin-tetraacetat) ist ein sechszähniger Ligand. An ein Zentralion können sich die beiden Stickstoff-Atome mit ihren freien Elektronenpaaren sowie die vier Carboxy-Gruppen mit je einem Sauerstoff-Atom (das die negative Ladung trägt) anlagern. Dieser Ligand bildet daher besonders stabile Komplexe. Da EDTA hierbei vierfach negativ geladen ist, trägt ein Komplex mit einem zweifach positiv geladenen Zentralion insgesamt die Ladung -2.

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Abb.2
Calcium-EDTA-Komplex [Ca(EDTA)]2

EDTA wird als Komplexbildner in unterschiedlichen Bereichen der Chemie, Biochemie und Medizin verwendet:

  • In der Analytik werden EDTA-Lösungen zur titrimetrischen Bestimmung von Schwermetall-Konzentrationen sowie zur Bestimmung der Wasserhärte verwendet.
  • Die Blutgerinnung ist Calcium-abhängig. Durch Komplexierung der Ca2+-Ionen mittels EDTA oder Citrat, kann die Gerinnung von Blutpräparaten verhindert werden.
  • Bei Vergiftungen mit bestimmten Schwermetallen (vor allem Blei und Cadmium) kann EDTA gegeben werden. Die Schwermetallionen werden komplexiert und können mit dem Urin ausgeschieden werden.
  • In bestimmten (seltenen) Fällen ist es möglich, calciumreiche Nierensteine durch die Gabe von EDTA aufzulösen.

Da EDTA insbesondere mit Calcium-Ionen sehr stabile Komplexe bildet, darf dem Organismus nur mit Ca2+ "beladenes" EDTA (meist kommt CaNa2EDTA zum Einsatz) gegeben werden, da es sonst zu massiven Störungen des Calciumhaushalts kommen würde.

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