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Tutorial MenueChemie für MedizinerLerneinheit 16 von 19

Chemie für Mediziner: Aminosäuren und Proteine

Harnsteine

Abb.1
Oxalat-Stein (hell: Weddellit, dunkel: Whewellit)

Die meisten Harnsteine (über 60%) enthalten Calciumoxalate. In der Regel kommen Calciumoxalat-Monohydrat (Whewellit) oder Calciumoxalat-Dihydrat (Weddellit) vor. Bei diesem spontan abgegangenen Stein sind beide Verbindungen vereint.

Abb.2
Phosphat-Stein (Struvit)

In Phosphat-Steinen können unterschiedliche Phosphate vorkommen, die oft verschiedene Kationen enthalten. Struvit ist beispielsweise ein Magnesium-Ammonium-Phosphat.

Abb.3
Ausgußstein (Whewellit, Weddellit, Apatit)

Dieser Stein füllte alle Nierenkelche und das Nierenbecken aus. Er besteht aus einem Gemisch verschiedener Oxalate (Whewellit, Weddellit) und Phosphaten (vor allem Apatit).

Die Abbildungen wurden uns freundlicherweise von Herrn Prof. Dr. Albrecht Hesse, Experimentelle Urologie, Urologische Universitätsklinik Bonn, zur Verfügung gestellt.

Abb.4
Harnsäure-Stein

Harnsäure kann als neutrales Molekül oder als Anion in Steinen vorliegen. Dieser Blasenstein besteht aus Harnsäure.

Abb.5
Xanthin-Steine

Xanthin-Steine sind äußerst selten. Das Bild zeigt Bruchstücke mehrerer Xanthin-Steine.

Abb.6
Cystin-Stein

Cystin-Steine sind relativ selten. Sie bestehen meist aus reinem Cystin und sind die Folge einer ererbten Stoffwechselstörung.

Die Abbildungen wurden uns freundlicherweise von Herrn Prof. Dr. Albrecht Hesse, Experimentelle Urologie, Urologische Universitätsklinik Bonn, zur Verfügung gestellt.

Harnsteine (Harnkongremente) treten in den ableitenden Harnwegen (Niere, Blase, Harnleiter), in seltenen Fällen auch im Nierengewebe auf. Man unterscheidet primäre (stoffwechselbedingte) Harnsteine - Oxalate, Harnsäure bzw. Urate, Cystin oder Xanthin - von den sekundären Harnsteinen - meist Phosphate - die bei Infektionen der Harnwege entstehen können. Auch Mischformen kommen vor.

Die primären Harnsteine können bei Übersättigung des Harns mit schwer löslichen Salzen, z.B. Calciumoxalat, auftreten - Ursache sind meist Stoffwechselstörungen - wenn zu wenig stabilisierende Harnkolloide gebildet werden.

Bei Infektionen der Harnwege kommt es oft zu einer Alkalisierung des Harns, da viele Mikroorganismen das Enzym Urease besitzen. Die Urease spaltet Harnstoff in Ammoniak und Kohlendioxid. In diesem alkalischen Milieu können schwerlösliche Phosphate, in seltenen Fällen auch Carbonate, ausfallen.

Experimentelle Urologie, Urologische Universitätsklinik Bonn

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