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Tutorial MenueKernresonanzspektroskopie (NMR)Lerneinheit 6 von 13

Nomenklatur von Spinsystemen

Nomenklatur von Spinsystemen

Miteinander kopplende Kerne bzw. Kerngruppen werden Spinsystem genannt.

Die für Spinsysteme gültige Nomenklatur wird im folgenden erklärt.

Jeder Kern wird mit einem Großbuchstaben bezeichnet:

  • Die ersten Buchstaben des Alphabets (A, B...) werden für Kerne mit ähnlicher chemischer Verschiebung verwendet,
  • die ersten und letzten Buchstaben (A.., X..) für Kerne mit größeren Differenzen in der chemischen Verschiebung,
  • bei Grenzfällen kommt die Kombination A..,M.. zum Einsatz.

Bei einem Spinsystem mit magnetisch äquivalenten Kernen wird die Anzahl der Kerne tiefgestellt hinter den Großbuchstaben geschrieben, z.B. A2, A3...

Ein Spinsystem mit chemisch aber nicht magnetisch äquivalenten Kernen wird mit "normalen" und Großbuchstaben mit Apostroph gekennzeichnet, z.B. AA' oder XX'.

Anhand des Spinsystems kann festgestellt werden, ob es sich um ein Spektrum nullter, erster oder höherer Ordnung handelt:

Tab.1
Spektrenordnung
SpinsystemOrdnung
An nullter
AnXm erster
AnBm höherer
AA'BB', AA'XX'höherer

Ist eine Verbindung aus mehreren Spinsystemen aufgebaut, so besteht das dazugehörige NMR-Spektrum aus ebensovielen Teilspektren.

Erläuterung am Beispiel von Ethyl-p-Methoxybenzoat

Abb.1

Hinsichtlich der Protonen besteht das System aus drei unterschiedlichen Spinsystemen:

System 1

  • CH3-Gruppe → A3 - System
  • besteht aus drei magnetisch äquivalenten Protonen
  • im Spektrum erscheint ein Singulett
  • Teilspektrum nullter Ordnung

System 2

Abb.2
  • AA'XX' - System
  • chemische, aber keine magnetische Äquivalenz der Protonen
  • Teilspektrum höherer Ordnung

System 3

Abb.3
  • -CH2CH3-Gruppe → A3X2- System
  • Aufspaltung in Triplett und Quadruplett
  • Teilspektrum erster Ordnung
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