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Tutorial MenueKernresonanzspektroskopie (NMR)Lerneinheit 9 von 13

Auswertung von C-NMR-Spektren

DEPT (Distortionless Enhancement by Polarization Transfer) - Verfahren

Das DEPT-Verfahren gehört zu den NMR-Experimenten mit Polarisationstransfer. Es ist daher besonders für NMR-unempfindliche Kerne (z.B. 13C, 15N oder 29Si) geeignet, da durch bestimmte Impulsfolgen die große Empfindlichkeit der Protonen über die skalaren Kopplungen auf die unempfindlichen Kerne übertragen wird, woraus eine Signalverstärkung resultiert.

In der 13C-NMR-Spektroskopie können mit Hilfe des DEPT-Verfahrens die Signale von C-Atomen mit 0,1,2 oder 3 direkt gebundenen Protonen ohne Signalaufspaltung voneinander unterschieden werden.

In Abhängigkeit vom Impulswinkel θ (siehe "Vertiefendes") können Teilspektren aufgenommen werden, in denen man nur die Signale der CH3-Gruppen, der CH2- Gruppen oder nur die der CH- Gruppen sieht - oder jede beliebige Kombination.

In der Praxis hat sich die Aufnahme von DEPT 90 (θ=90°) - Spektren (nur CH-Gruppen sichtbar) und DEPT 135 (θ=135°) - Spektren ( CH3- und CH-Gruppen zeigen ein positives, CH2-Gruppen ein negatives, quartäre C-Atome geben kein Signal) durchgesetzt.

Abb.1
DEPT 135

Beispiel Acetylsalicylsäure

Im Bild sind zum Vergleich das 1H-Breitband-entkoppelte 13C-Spektrum (oben) und das DEPT 135-Spektrum (unten) dargestellt.

Abb.2

Im DEPT-Spektrum sind nur die Signale der aromatischen CH-Gruppen (2,3,4 und 5) und der CH3-Gruppe (9) zu sehen.

Die quartären C-Atome (1,6,7,8) ergeben kein Signal.

Vor- und Nachteile des DEPT-Verfahrens:

Tab.1
Vor und Nachteile der DEPT-Verfahrens
VorteileNachteile
Keine SignalaufspaltungenKeine Unterscheidung CH- von CH3-Gruppen
Unterscheidung CH/CH3-Gruppe von CH2-Gruppe quartäre C-Atome nicht sichtbar
Signalverstärkung durch Polarisationstransfer
Kurze Messzeit

DEPT-Impulsfolgen

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